02 Kroatien – Zagreb

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Von der Insel zurück auf dem Festland fahren wir während zwei Tagen nach Zagreb und erleben dabei Sonne und Regen, Meer, Stadt und Land, Felder und Wälder, bevor wir uns ins Hauptstadtleben stürzen und uns wundern, wohin eigentlich die Zeit verschwindet.

Unser Inselleben neigt sich dem Ende zu. Wir geniessen den letzten Abend in Starigrad, einem beschaulichen Städtchen mit sorgfältig restaurierten alten Häusern und Gassen, geniessen den frischen Fisch und lassen die letzten Erlebnisse Revue passieren.

Anderntags bringt und die grosse Fähre in der ersten Morgensonne nach Split. Mit leisem Brummen pflügt sich das grosse Tier durch die tintenblauen Wellen, wir schauen zurück und verabschieden uns vom Inselleben und süssen Nichtstun.

Knapp eine Stunde gefahren, türmen sich in der Ferne die Wolkenberge auf. Während wir noch anhalten um die spektakuläre Szenerie fotografisch festzuhalten, spüren wir bereits die ersten Tropfen. Bald darauf prasselt der Regen auf uns nieder, die Strassen verwandeln sich in Bäche. Nach so vielen Monaten ohne viel Regen nehmen wir das Gewitter gelassen und fahren weiter. Vor dem Mittag wird uns eine kleine Verschnaufspause gegönnt, kurz blickt die Sonne durch die Wolken und wir legen optimistisch unsere Kleider zum Trocknen aus. Doch kaum wieder im Sattel, spüren wir schon den nächsten Schauer. Die Wetterlage bessert sich den ganzen Tag nicht, doch das ständige Gerangel der Sonne und des Regens vor und hinter den Wolken beschert uns einige wunderschöne Stimmungen, während wir unbeirrt auf der Küstenstrasse Richtung Norden fahren. Zwischenzeitlich ist die Landschaft hier nicht mehr von dichten Wäldern geprägt, sondern eher steinig und unwegsam. Vereinzelte Bäume, deren Blätter sich bereits Orange verfärbt haben, recken ihre Äste still in den dunklen bewölkten Himmel.

Abends beschliessen wir, die Nacht für einmal nicht im Zelt zu verbringen, sondern an einem der zahlreichen Häuser anzuklopfen, die ein „Sobe“-Schild mit Bettsymbol hängen haben. Die Nachfrage nach Übernachtungsmöglichkeiten scheint hier so gross, dass auch viele Privatpersonen ein Zimmer vermieten. So landen wir bei einem herzigen alten Ehepaar im rosaroten Zimmer mit grossen Segelschiffbildern, die zum Träumen einladen.

Morgens haben sich die Wolken verzogen, ein strahlender Tag zieht herauf. Unsere weitere Reise führt uns durchs Hinterland von Kroatien. Dass die Investitionen des Staates schwerpunktmässig an der touristischen Küste und in der Hauptstadt getätigt werden, merken wir sofort.

 

Kaum ist das Meer hinter dem Hügel verschwunden, tut sich eine neue Welt auf. Ländlich, ruhig, wild romantisch, mit nur wenigen Touristen, hauptsächlich Durchgangsverkehr. Uns gefällts und wir machen eine längere Kaffeepause.

 

Abends erreichen wir Zagreb, nach längerem mal wieder eine grössere Stadt. Wir sind begeistert von der sympathischen Altstadt mit ihrem grossen Markt, der Kathedrale, vielen Cafes und schönen Pärken. Wir bemerken aber auch, wie schon in anderen Städten, dass sich nach einem Jahr Reisen unsere Lust am Sightseeing noch weiter verringert hat und wir unsere Zeit lieber mit Beobachten verbringen, als von Museum zu Museum zu pilgern.

Noch können wir es kaum fassen, dass sich unsere Reisezeit still und leise auf nur noch 1 Woche reduziert hat und die zu fahrenden Kilometer unter die 1000-Grenze gefallen sind. Unsere Stimmung steigt und fällt beim Gedanken an unsere baldige Rückkehr in die Schweiz, jedoch überzeugt, dass sobald wir vor unserer Haustür stehen, die Freude überwiegen wird.

 

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