London: Unser britischer Sommer beginnt


 
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Die Kisten werden voller, die Wohnung leerer. Die Finger sind aufgeweicht vom Putzwasser, und zwischen den Flecken, die wir putzen, blitzen immer wieder auch Erinnerungen auf. Und dann sitzen wir eines abends da, am improvisierten Tisch, unsere Stimmen hallen im Raum und wir wissen: Morgen ist es soweit.
 
Doch fangen wir bei den Facts an. Der Plan ist, dass wir 2 Monate in England verbringen, um dort unser Englisch nochmals etwas zu schleifen. Anfangs Oktober kehren wir nochmals kurz in die Schweiz zurück, um dann am 12. Oktober auf unbefristete Zeit nach Laos zu ziehen. Den Weg dahin wollen wir abermals auf unserem Blog in gewohnter Manier dokumentieren.

Nachdem wir also unsere Wohnung geräumt haben, die wir vorerst einer guten Freundin untervermieten können, fängt am Mittwochmorgen das Abenteuer an. Wir reisen über 3 Hauptstädte nach England: Z’Morge in Bern, Z’Mittag in Paris, Z’Nacht in London. Dazwischen bringt uns wahlweise der TGV oder der Eurostar flott voran und wir geniessen es, die Reise über Land (bzw. unter Wasser) machen zu können. Wir waren beide noch nie in England und so sind wir sehr gespannt, als am Abend der Zug in London einfährt. Das unkomplizierte ÖV-System wird uns in den nächsten Tagen noch oft erfreuen, so auch im bereits etwas müden Zustand. Wir finden unsere Bleibe im Arbeiterviertel Whitechapel ohne Umschweife.

Der erste Morgen in einer neuen Stadt – immer knisternd, neu, spannend. So auch hier. In der Harvard Library holen wir nach, was in den letzten so ausgefüllten Tagen zu kurz kam: wir informieren uns, wo wir hier eigentlich gelandet sind. Und wir trinken einen gemütlichen Kaffee.

Während den nächsten beiden Tagen kommen uns viele Erinnerungen an den Englischunterricht aus der Schulzeit: Tower Bridge, Westminster Palace, Big Ben, die Themse, der Hydepark und die allgegenwärtigen roten Doppeldecker Busse – alles schon gesehen, und doch in Realität noch etwas anderes. Besonders beeindruckt uns das Tate Museum, in dem allein man wohl Tage verbringen könnte.

Nach diesen doch recht touristisch geprägten Unternehmen, treffen wir am Samstag ein befreundetes Paar, das wir auf unserer letzten Reise auf dem Schiff zwischen Panama und Kolumbien kennengelernt haben und bereits in Lima einmal wiedergetroffen haben. Sie leben etwas südlich von London und zeigen uns während den nächsten zwei Tagen ihre liebsten Orte von London. So schlendern wir entlang der idyllischen Kanäle, legen immer wieder kulinarische Zwischenstopps ein in verschiedenen Foodmarkets oder in gemütlichen Cafés. Wir haben uns viel zu erzählen und die Zeit reicht fast nicht aus, alles auszutauschen. Im fröhlichen Haus ihrer Eltern treffen wir ihre halbe Familie und sind sofort integriert. Die enorme Gastfreundschaft berührt uns sehr. Dort dürfen wir auch ihren Campervan besichtigen, mit dem sie ihre nächste Reise planen.

Viel zu schnell ist die Zeit vorbei und wir müssen bereits Abschied nehmen. Doch wir sind sicher, uns nicht zum letzten Mal gesehen zu haben. Lima, London – Laos?
Am Montag nehmen wir dann abermals den Zug. Diesmal führt er uns in den Süden Englands, nach Cornwall. Was dort auf uns wartet, erfahrt ihr im nächsten Bericht.
 

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