Cornwall: Abschied von der Freathy Farm


 
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Die 5 Wochen im Freathy Farmhouse vergehen wie im Flug: das Café läuft, Bed and Breakfast Gäste kommen und gehen, und als Abschluss wartet eine Hochzeit auf uns. Viel zu schnell müssen wir uns verabscchieden.
 
Das Wetter meint es gut mit uns und beschert uns sonnige restliche Tage. Dies zieht auch zahlreiche Café-Gäste an. Manchmal angemeldet, wie beispielsweise zu einer Babyshower (ein Fest für die werdende Mutter) mit 20 Leuten, manchmal ziemlich unerwartet, tauchen sie auf der Terrasse auf. Dann heisst es, Bestellungen entgegenzunehmen, Cream Teas bereitzustellen, Paninis zu streichen und Kuchen so kunstvoll wie Sarah es uns beibringt auf die schönen Holzteller zu platzieren. Der Café Betrieb macht uns Spass, doch auch die anderen Aufgaben, die dazukommen, sind erfüllend.

Alles fiebert einem grossen Ereignis entgegen: Das Farmhouse ist nicht nur ein Café und B&B, sondern verfügt auch über den „Cow Shed“, einen alten Kuhstall, der zur rustikalen Hochzeitslocation umgewandelt wurde. Anfangs September findet hier eine Hochzeit statt, bis dahin muss das Dach ausgebessert werden, die Fenster auf Hochglanz gebracht werden und der Rasen ganz in britischer Manier noch zigmal gemäht werden. Ausserdem wird ein Sprudelpool geliefert, welcher zukünftig den Gästen zur Verfügung stehen soll. Dieser braucht ein Fundament, welches wir graben und betonieren helfen. Und schlussendlich muss der Pool auch ausprobiert werden – da stellen wir uns natürlich auch zur Verfügung… Es ist spannend, all die Vorbereitungen mitzubekommen und zu sehen, was alles mit so einem Anlass verbunden ist. Für nächstes Jahr sind bereits 14 Hochzeiten gebucht, das wird also die neue Hauptbeschäftigung der Farm.

Mit Jeremy und Sarah verbindet uns mittlerweile eine herzliche Freundschaft und sie wissen, was wir gerne machen und gut können. So brennt Joséphine die Namen des Brautpaares auf ein Holzstück, welches danach von Jeremy zu einem Tablett verarbeitet wird. Als dieses gelingt, entsteht schnell die Idee, dies für zukünftige Brautpaare auch bereits vorzubereiten – und Joséphine ist die nächsten Stunden beschäftigt. Währenddessen digitalisiert Simon die schier unendlich scheinende CD Kollektion der beiden – in der grossen Küche stets in Gesellschaft der Hunde und Katzen.

Die freien Tage dazwischen verbringen wir entweder bei Spaziergängen entlang dem Strand oder mit einem Spaziergang zum Eisessen in Millbrook. Ein paar Mal setzen wir uns abends mit einem Picknick auf den Hügel hinter dem Haus, geniessen die Aussicht übers Meer und das schöne späte Abendlicht. Kaum ist die Sonne weg, wird es jedoch schon empfindlich kalt und wir verziehen uns in unseren Wohnwagen, in dem wir mittlerweile wieder wohnen, weil die B&B Zimmer meist belegt sind.

Der Tag der Hochzeit naht, die Stunden sind geschäftig wie selten. Doch so haben wir wenigstens auch keine Zeit, unseren nahenden Abschied zu betrauern. Dann ist es Samstag, die Sonne scheint, alle Zimmer sind blitzblank und mit viel Liebe und Efeu geschmückt, alle Tische am richtigen Ort platziert, die Vorhänge der Wedding Barn weiss strahlend, jedes Detail perfekt. Sarah und Jeremy stecken viel Herzblut in jedes noch so kleine Detail und diese so persönliche Note wird sehr geschätzt. Während das Hochzeitsfest in vollem Gange ist, steht auf einmal die Braut in der Küche und bedankt sich „we’re having such a lovely time“.

Und neben all dem Trubel lässt es sich Sarah nicht nehmen, uns zum Abschied eine grosse Lasagne zu bereiten.

Am Sonntagmorgen schüttet es aus Kübeln. Wir packen still unsere Rucksäcke, den Kopf voller Gedanken und Erinnerungen. In den 5 Wochen ist uns die Freathy Farm sehr ans Herz gewachsen – mit allem Schönen und trotz all den Herausforderungen, die wir auch miterlebt haben, ist dieser Ort zu einer weiteren Heimat auf unserer Weltkarte geworden. Ein paar Tränen fliessen zum Abschied, doch wir sind uns ziemlich sicher, dass wir irgendwann mal wieder hierhin zurückkehren werden, um zu sehen, wie die verschiedenen Projekte weitergegangen sind.

Als wir in den Zug Richtung Wales einsteigen, wissen wir noch nicht, wie man den lustigen Namen unserer nächsten Destination ausspricht – Machyllneth – und was uns auf dem Weg dorthin erwarten wird. Ebenso wenig ahnen wir, in was für einem besonderen Bett wir an diesem Abend schlafen werden. Aber dazu mehr im nächsten Bericht.
 

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