Jahresende in Luang Prabang


 
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Heute mit kleinem Audiospaziergang!
 
00:00 – 00:35: Morgenstimmung. 00:35-01:17: Auf dem Morgenmarkt, wo Gemüse und Früchte verkauft werden. 01:18-01:48: Musikschule an der Khounxoa Strasse. 01:49-02:22: 16-Uhr Trommel im Wat. 02:22-02:56: Kinder spielen auf der Khounxoa Strasse. 02:56-03:26: 18-Uhr Gesang der Mönche im Wat. 03:26-04:18: Hochbetrieb an den Sandwichständen am Nachtmarkt.
 
„Opportunities multiply as they are seized“ – diese Weisheit von Sun Tzu scheint sich hier bei unserem Einleben in Luang Prabang mehrfach zu bewahrheiten. Immer wieder erleben wir, wie sich aus den einen ergriffenen Chancen unzählige weitere Möglichkeiten ergeben. Angefangen vom gewagten Schritt, in eine Stadt zu ziehen, in der wir vorher nur gerade einmal 2 Tage verbracht hatten, bis hin zu kleineren Entscheidungen: Ein Puzzleteil führt zum nächsten und so entsteht langsam das Bild unseres neuen Alltags.
 
Wie im letzten Bericht angekündigt haben wir eine neue Unterkunft gefunden. Auch dies – eine Folge von ergriffenen Möglichkeiten. Simon ist an der Reception an der Informationsquelle schlechthin. Viele ankommende Gäste bleiben auf ein Schwätzchen und besonders diejenigen unter ihnen, die für eine längere Zeit ein Zimmer mieten, suchen den Kontakt. So treffen wir auch Andre, einen Südafrikaner, der hier seit kurzem auf einem Mekong Schiff arbeitet. Schnell wird klar, dass auch er auf Wohnungssuche ist und bereits ein paar spannende Angebote erhalten hat. Als Einzelperson, die oft gar nicht zu Hause ist, etwas zu finden, ist aber im familienorientierten Laos gar nicht so einfach. Die Häuser sind gross und offen gebaut und die traditionelle laotische Familie schläft oft in einem grossen Raum, in dem auch gegessen und Besuch empfangen wird. Die westliche Aufteilung von Wohn- Schlaf und Esszimmer findet in der laotischen Architektur so gar keinen Raum. So hat man als Expat entweder die Wahl, eines der luxuriösen Apartments zu mieten, die extra auf die Bedürfnisse von Expats gebaut werden, oder aber ein traditionelleres Haus, das für einen westlichen Stil umgenutzt werden kann.

Wir hatten vorher nicht gross überlegt, ob auch eine Wohngemeinschaft für uns in Frage käme, doch mit Andre wird alles schnell klar. Am Freitag lernen wir uns kennen, am Samstag schauen wir ein schönes Holzhäuschen an und am Sonntag sagen wir zu. Am Montag haben wir den Vertrag in der Hand. Zwei Schlaf- und zwei Badezimmer sowie ein grosser Ess- und Wohnbereich eignen sich perfekt für uns drei und für schon mehrfach angekündigten Besuch aus aller Welt. Eine riesige Garage gehört ebenfalls dazu und unsere Ideen für deren Nutzung sprudeln (Stichwort Nerd-Garage, Painting for Kids, Photostudio, Pilzzucht,…). Neben dem Haus gibt es einen parkplatzgrossen ungenutzten Fleck, den wir in einen kleinen Garten umwandeln dürfen. Wir freuen uns, auf 1.1. an dieser ruhigen Strasse zu wohnen. Kein Zaun ums Haus, keine Villa-Allüren – das Holzhäuschen passt genau in das Bild, das wir von unserem Zuhause hatten.

Viele Menschen kreuzen hier unseren Weg. Gäste, Touristen, Locals, andere Expats: im Städtchen kennt man sich schnell und fast jeden Tag trifft man jemanden, den man schon mal getroffen hat. Spannend, gemeinsam mit diesen Leute Geschichten zu erleben. Beispielsweise als „Statist“ an einem Kochkurs teilzunehmen, der für ein südkoreanisches Celebrity-Paar durchgeführt wird und von einer grossen Filmcrew begleitet wird. Oder gemeinsam mit der laotischen Familie den dritten Geburtstag des jüngsten Familienmitglieds zu feiern. In anderen Dingen wiederum ist man ganz allein: Die ersten Stunden im Intensivkurs Laotisch sind anstrengend aber auch belohnend, wächst doch der Wortschatz ständig. Kurz vor Weihnachten nimmt dann endlich auch unsere Passgeschichte ein gutes Ende: Unsere neuen Pässe haben es nach Vientiane geschafft und Joséphine kann sie in einem 2-Tages-Ausflug abholen gehen. Nun steht dem Arbeitsvisum nichts mehr im Wege.

Unser Jahr endet gut. Viel schneller als erwartet haben wir hier Fuss gefasst und geniessen nach wie vor jeden Tag. Es lohnt sich, neue Schritte zu wagen, es lohnt sich, sich dem Unbekannten auszusetzen. „Embrace uncertainty. Some of the most beautiful chapters in our lives won’t have a title until much later” (Bob Goff). Mögen wir alle im neuen Jahr die Unsicherheiten als Chancen für weitere wunderbare Kapitel unseres Lebens ergreifen – egal auf welchem Erdteil wir uns befinden.

Merry Christmas & Happy New Year!
 

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