Frühling in Luang Prabang


 
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Lange haben wir hier nichts mehr von uns hören lassen! Doch seit unserem letzten Bericht ist einiges gegangen. Wir haben uns in Ban Nasampanh eingelebt, einen Intensiv-Sprachkurs besucht und eine neue kleine Mitbewohnerin bekommen. Doch der Reihe nach.

Ende Februar ist Chinesisches Neujahr. Für den Tourismus ist dies eine der geschäftigsten Zeiten, denn Chinesen aus allen Regionen reisen an – nebst allen anderen Touristen, für die gleichzeitig ebenfalls Hochsaison ist. Simon hat im Hotel vieles zu tun, alle Zimmer sind ausgebucht und es braucht einiges an Organisationstalent, um alles im Überblick zu behalten.

Nach dem Chinesischen Neujahr wird es dann aber Woche um Woche etwas ruhiger. Wir erhalten die lang ersehnten Dokumente, mit denen wir uns das Arbeitsvisum in den Pass stempeln lassen können. Wir fahren nochmals mit dem Bus nach Vientiane, und nützen die Zeit dort auch dazu, ein paar Besorgungen zu machen. An der Grenze zu Thailand klappt dann alles problemlos und nach einer kurzen Wartezeit halten wir unser neues Visa in den Händen: LA-B2 heisst das Zauberwort. Auf dem Immigrations-Büro in Luang Prabang wird anschliessend noch die Aufenthaltsbewilligung eingeklebt, was wiederum ein paar Wochen in Anspruch nimmt. Die Freude und Erleichterung ist für uns beide gross, dass wir nun sicher mindestens einmal ein Jahr hier bleiben dürfen. So ist nun auch unsere Wohn- und Arbeitssituation offiziell legal und wir können etwas längerfristig planen.

Das blaue Haus in Ban Nasampanh ist zu unserem Zuhause geworden. Mehr und mehr sind wir so eingerichtet, dass wir es geniessen, dort zu sein und zu leben. Mit unserem Mitbewohner verstehen wir uns gut und es ergeben sich viele spannende Gespräche über Kultur, Tourismus und das Leben an sich. Joséphine hat sich ein kleines Büro eingerichtet und arbeitet so von zu Hause aus an verschiedenen grafischen Aufträgen – die einen aus der Schweiz, die anderen von Ock Pop Tok, einer laotischen Textil-NGO. Diese Arbeit und die Freiheit, sich alles selber einteilen zu können, macht viel Freude.

Ebenfalls im Februar absolvieren wir einen Monat lang einen Intensiv-Sprachkurs Laotisch. Während 4 Wochen unterrichtet uns beide eine junge Laotin jeden Tag eine Stunde. Das ist intensiv, bringt aber auch Fortschritte mit sich. Auf dem Markt, mit den Nachbarn – überall merken wir, dass wir mehr verstehen und uns mehr verständigen können. Aber natürlich braucht es immer noch viel Disziplin, um auf ein gewisses sprachliches Niveau zu kommen, sodass wir hoffentlich bald über Small Talk hinauskommen.

In der Freizeit, die neben 6 Tage Arbeiten übrig bleibt, machen wir manchmal kleinere Ausflüge. So geht es einmal zum Kuang Si Wasserfall, der mit seinem türkisblauen Wasser als einer der schönsten Wasserfälle in der Region gilt, einmal besuchen wir eine poetische Zirkusvorführung einer französischen Truppe, ein andermal erkunden wir die Wats in der Umgebung, so zum Beispiel das Wat Pa Phon Phau, von dem man eine eindrückliche Sicht auf die Stadt hat.

Wir treffen mehr und mehr Leute. Sei es von der Arbeit her, oder auch von anderen Aktivitäten. Und da Luang Prabang so klein ist und sowie unter den Laoten wie auch unter den Expats jeder jeden zu kennen scheint, erleben wir immer wieder Überraschungen. Ach so, ihr kennt euch auch? Ach, du bist auch hier? Etc. Es ist schön, in der Stadt zufälligerweise auf jemanden zu treffen, einen kleinen Schwatz zu halten und dann weiter seines Weges zu gehen. Manchmal gibt es auch schöne Begegnungen mit Touristen. Am Sandwichstand ergibt sich plötzlich ein inspirierendes Gespräch, man tauscht sich aus, verabschiedet sich dann mit einer herzlichen Umarmung und mit dem Wissen, sich wahrscheinlich nie wieder zu treffen.

Und dann kommt Keira. Als wir einmal durch die Stadt spazieren, fällt uns ein enorm anhängliches kleines Kätzchen auf. Es sieht etwas verwildert aus. Zwei Tage später bringen zwei Touristen das Kätzchen auf die Tierauffangstation. Diese wird von einer jungen Schweizerin geführt. Unabhängig von diesem Ereignis hatten wir uns zuvor schon überlegt, eine Katze bei uns aufzunehmen. Etwa einen Monat später schreiben wir die Schweizerin an und sie erzählt uns von dem sehr anhänglichen schwarzen Kätzchen Keira, das verwildert gefunden wurde, jedoch jetzt gesund und gepflegt ist und ausserdem sehr anhänglich ist… Dies klingt nach dem perfekten Kätzchen für uns und so kommt es, dass Keira jetzt seit gut einer Woche bei uns lebt. Wir geniessen es, dieses kleine neugierige Tierchen bei uns zu haben – und umgekehrt scheint es genau so zu sein.

Mitte April feiern wir hier Pi Mai / Songkran – das Laotische Neujahr. Ähnlich wie in Thailand wird zu diesem Festtag auch mit Wasser um sich geworfen, daneben gibt es viele Aktivitäten religiöser und kultureller Art in den Wats. Wir sind gespannt auf den Tag, auch wenn es vielleicht wasserbedingt davon keine Fotos geben wird…. :-)
 

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