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04.11.2012

China: Winter in Shangri-La

Shangrila, ein geschichtsumwobener Ort, in nächster Nähe vom Tibet. Die Winter sind bitterkalt hier – einen Vorgeschmack darauf erhält man bereits im November. Dennoch sollte man diese Zeit hier nicht verpassen: im Winter läuft alles einen Takt langsamer, die Atmosphäre ist entspannt und man geniesst jeden Sonnenstrahl doppelt.

Scheinbar handelt es sich bei Zhongdian um die Stadt „Shangrila“, die in James Hiltons Buch „Lost Horizon“ beschrieben wird.

Ursprünglich hiess das kleine Städtchen im Norden der Provinz Yunnan „Zhongdian“ (chinesisch) oder „Gyalthang“ (tibetisch). Im 2001 wurde jedoch dieser Name geändert, um den Tourismus anzukurbeln: Scheinbar handelt es sich bei Zhongdian um die Stadt „Shangrila“, die in James Hiltons Buch „Lost Horizon“ beschrieben wird. Die Strategie geht auf: Heute ist Shangrila ein beliebter Ort für in- und ausländische Touristen. Zu unserem Glück scheint der Winter kein beliebter Reisemonat zu sein und die Stadt ist wesentlich ruhiger als im Sommer. Ausgerüstet mit Jacke, Schal und warmen Wanderschuhen durchstreifen wir die Altstadt von Shangrila, welche nicht allzu gross doch dennoch sehenswert ist. Rauchschwaden hängen in den Strassen und die späten Sonnenstrahlen verbreiten ein diffuses Licht. Auf dem Platz in der Mitte der Altstadt werden Fleisch- und Gemüsespiesse angeboten, die direkt auf einem kleinen Holzofen grilliert werden. Hier kann man auch die letzte Wärme des Tages auffangen.

Sobald die letzten Sonnenstrahlen verschwinden, wird es unweigerlich kalt. Wir flüchten uns in ein Restaurant und wagen uns an die lokalen Spezialitäten: Yakfleisch, tibetische hausgemachte Nudeln und Buttertee. Alles schmeckt uns sehr gut und bald kehrt die Wärme von innen zu uns zurück.

Einen Überblick über die alte sowie die neue Stadt von Shangrila erhalten wir am nächsten Tag von einem kleinen Hügel aus, auf dem auch eine rund 10m hohe goldene Gebetsmühle steht. Die Häuser der Altstadt sind reich verziert mit Schnitzereien und Malereien. Sie sind meist wenig bis gar nicht isoliert und ausschliesslich mit Holz geheizt. Auch in unserem Zimmer im Guesthouse hält die Kälte Einzug und es fällt schwer, morgens die warme Bettdecke hinter sich zu lassen. Abhilfe schaffen heisse chinesische Jiaozi (Teigtaschen gefüllt mit Fleisch und Gemüse) mit scharfer Sauce zum Frühstück.

Die paar Tage Winter, die schöne Atmosphäre und wohlige Teewärme im Bauch behalten wir in guter Erinnerung, freuen uns jedoch auch, bald wieder in etwas wärmere Gefilde zu reisen. Das nächste Ziel ist Kunming, die Hauptstadt der Provinz Yunnan mit 6 Millionen Einwohnern. Passenderweise nennt man diese Stadt auch „Stadt des ewigen Frühlings“.

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