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28.01.2013

Kambodscha: Vom Strand zu den Mangroven

Für die letzten Tage in Kambodscha machen wir uns nochmals in den Süden auf, ans Meer, wo zwei Städte auf uns warten: Sihanoukville offenbart uns schmerzhaft zwei Seiten des Tourismus und Koh Kong entpuppt sich als besser als sein Ruf.

Dennoch: uneingeschränkt geniessen können wir die Zeit in Sihanoukville nicht.

Von Battambang nach Sihanoukville sind es 500 km. Wir entschliessen uns, die Strecke an einem Tag zu fahren, um nicht unnötig Zeit zu verlieren. Die Strassenverhältnisse sowie das Wetter sind uns gut gestimmt und gegen Abend erreichen wir Sihanoukville. Von der Stadt selber haben wir von vornherein nicht viel Gutes gehört, jedoch ist uns ein Strand etwas ausserhalb empfohlen worden. Dieser entpuppt sich als wunderschön: weisser, feiner Sand, hellblaues, sauberes Meer. Ein kleines Bungalow am Meer wird für 3 Tage unser Zuhause. Dennoch: uneingeschränkt geniessen können wir die Zeit in Sihanoukville nicht. Auf dem Weg zum Markt im Stadtzentrum fahren wir an slumähnlichen Ansammlungen von Hütten vorbei, die Blicke, die uns treffen, sind nicht freundlich. Kein Wunder: die nicht unwesentlichen Einnahmen des zunehmenden Tourismus in Sihanoukville kommen fast ausschliesslich einer kleiner reichen Minderheit zu Gute. Traditionelle Familienunternehmen haben gegen mächtige Investoren keine Chance – nicht selten werden hier ganze Siedlungen plattgewalzt, um luxuriösen Bungalows Platz zu schaffen. Armut, Prostitution und Drogen sind Teil des Alltags und schmerzhaft offensichtlich: Nicht selten fragen wir uns, ob dieses Mädchen dort, oder jenes auf dem Motorrad mit dem pensionierten Westler, wirklich schon volljährig ist… So nehmen wir dann neben vielen Sonnenstunden auch jene Schatten mit, die uns schon öfters in Südostasien zu nachdenklichen Diskussionen geführt haben.

Die Fahrt nach Koh Kong, weiter westlich, führt durch den atemberaubenden „Koh Kong Conservation Corridor“ - die erste, richtig kurvenreiche Strasse in Kambodscha! Tiefgrüner, satter Urwald, der langsam aber beständig Teile der Strasse zurückerobert, fesselt unseren Blick und lässt uns die Geschwindigkeit zurücknehmen. Kleine, farbige Vögel und ab und zu ein Schwall tropischer betörender Blütenduft geben uns einen leisen Eindruck der Atmosphäre in diesem Nationalpark. Joséphine renkt sich nach dem Anblick eines „Achtung-Elefanten“-Schild fast den Hals aus vor lauter Herumschauen, doch vergebens – dem Abbild des grauen Riesen begegnen wir erst am Abend auf der Bierdose des Klang-Biers. Immerhin!

Koh Kong, ursprünglich bekannt als verruchte Stadt der Schmuggler und Drogenhändler, ist heute besser als ihr Ruf. Wir kommen in einem sehr einfachen Guesthouse unter, wo wir einen „Bürotag“ einschalten. Mit der baldigen Verschiffung nach Indien, dem Flug nach Bangladesch und der Besuche der TearFund Projekte gibt es doch noch einiges zu organisieren. Kraft tanken wir mit dem besten Frühstück in der Stadt im Café Laurent – einem schon fast wehmütig-französischen Lokal, inklusive Deux-Cheveaux vor der Tür und ofenwarmer Croissants und Pains au Chocolat.

Koh Kong liegt nicht direkt am Meer, sondern ist von einem Gürtel einzigartiger Mangroven geschützt. Auf einem schmalen Pfad wandern wir am letzten Tag in Kambodscha durch dieses Ökosystem, welches einer Vielzahl an Krebsen, Fischen und Vögeln Lebensraum bietet. Hier treffen wir ein holländisches Paar, mit denen wir eine kurze Bootsfahrt durch die Mangroven unternehmen und danach zusammen ein Mittagessen geniessen.

Am Morgen des 29. Januars werden wir zurück nach Bangkok reisen. Damit geht eine Rundreise durch ganz Südostasien schon fast zu Ende und eine spannende Weiterreise auf den Indischen Subkontinenten wartet auf uns! Ein Fazit von diesem ersten Teil werden wir bald hier aufschalten.

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