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28.03.2013

Nepal: Frühling in Ghorka

Wieder zu zweit unterwegs besuchen wir das Bergstädtchen Gorkha, wo wir das Frühlingsfest Holi erleben dürfen. Zurück im Terai (Flachland) erkunden wir in Lumbini den grossen Park, in dessen Mitte Buddha geboren sein soll.

Rote Hunde, gelbe Kälber in violetten Strassen, das Holi hinterlässt seine Spuren – ja, der Frühling hat Einzug gehalten, nachhaltig.

Nach dem Abschied von Brigitta geht es für uns wieder zu zweit weiter. Tausend Kristalle leuchten in den Feldern als die frühen Sonnenstrahlen auf die letzten Tautropfen treffen und wir uns mit dem atemberaubenden Bergpanorama im Rücken aufmachen Richtung Gorkha. Die Luft vibriert, sie knistert vor Freude: heute ist ein besonderer Tag. Der Winter ist vorbei, der Frühling ist da – hier wird das mit dem Holi Festival gefeiert. Kinder rennen ausgelassen auf den Strassen herum und färben einander das Gesicht mit pudriger, leuchtender Farbe an. Ergänzt wird der Spass mit Wasserballonen, welche vorzüglich aus einem geheimen Versteck, z.B. von einem Balkon heruntergeworfen werden. Während der Fahrt werden wir verschont, der Augenblick des Staunens der Kinder über ein so grosses Motorrad scheint ihre Reflexe zu verlangsamen. Im authentisch gebliebenen Bergdörfchen Gorkha angekommen lassen wir es uns schliesslich nicht nehmen, mit der Dorfjugend durch die Strassen zu ziehen und wohl oder übel bereits nach kurzem ihren Teint anzunehmen. Man wünscht sich „Happy Holi!“ und streicht dabei eine Handvoll Farbe in das Gesicht des Gegenübers. Rot ist besonders beliebt, es ist die Farbe der Freude. Die anschliessende Dusche macht fast genauso viel Spass. Noch Tage später werden wir unter den Fingernägeln oder in der Ohrmuschel Überreste der Farben finden. Doch wir sind nicht alleine: rote Hunde, gelbe Kälber in violetten Strassen, das Holi hinterlässt seine Spuren – ja, der Frühling hat Einzug gehalten, nachhaltig.

Ghorka, der Herkunftsort der Königsfamilie, ist bekannt für den Durbar, der hoch über dem Städtchen thront. Er ist der ehemalige Königspalast sowie auch ein wichtiger Tempel. Früh am Mittwochmorgen klettern wir die 250 Höhenmeter steile Steintreppe hoch, um diesen besonderen Gebäudekomplex genauer anzuschauen. Der erste Anblick täuscht: Die Festung ist kleiner als erwartet und bald widmen wir uns der herrlichen Aussicht. Trotz sonnigem Wetter sind die Berge in der Ferne nur schwach durch den Dunst zu erkennen, doch der Blick über die Hügel davor entschädigt uns allemal. Eine schöne sonnige Wanderung zurück nach Ghorka führt uns durch kleine Bergdörfchen. Spontan werden wir von einem jungen Mann zum Tee eingeladen.

Am nächsten Morgen reisen wir bereits weiter. Lumbini, die Geburtstätte Buddhas, ist unsere Zwischenstation auf unserem Weg westwärts. Unterwegs treffen wir mehrere Affenfamilien, kleine, verspielte Äffchen, wie alte, gelangweilte Affengreise. Neugierig und ohne Scheu beäugen sie unser Gefährt. Wir freuen uns über diese unerwarteten Bekanntschaften.

Lumbini ist im Aufbruch. Touristen aus aller Welt sollen den Geburtsort von Buddha besuchen kommen – das wäre das Ziel. Heute gibt es eine Handvoll Hotels und Restaurants sowie den grossen Religionspark, welcher unentwegt wächst und gedeiht. Da wir bereits am Mittag in Lumbini ankommen, entscheiden wir uns, den Nachmittag im Park zu verbringen. Mittelpunkt ist natürlich die Geburtsstätte Buddhas im „Heiligen Garten“– markiert durch einen Stein in einem Tempel, dessen Ziegel auf 300 v.Chr. zurückgehen. Rund um den Tempel wird meditiert und gelehrt. Im Rest des rund 15 km2 grossen Park befinden sich buddhistische Tempel und Klöster, die von verschiedenen Ländern gestiftet wurden. Dem etwas boshaften Kommentar in unserem Reiseführer, der Park könnte in Zukunft zu einer Art buddhistischem Disneyland verkommen, geben wir zögerlich Recht. Klar erkennbar sind die Bestrebungen der internationalen buddhistischen Gemeinschaft, eine Art „internationales Zentrum“ aufzubauen, doch sie stehen in krassem Kontrast zu den kommerziellen Absichten der Regierung. Nachdem wir im letzten halben Jahr viele buddhistische Stätten in vielen Ländern besucht haben, sind wir vom Park eher enttäuscht als begeistert. Dennoch geniessen wir die Pflanzenvielfalt und das Grün des Parks.

Unser Weg führt uns als nächstes weiter nach Nepalgunj, wo wir einen nepalesischen Freund besuchen, sowie den Bardia-Nationalpark erkunden werden.

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