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29.07.2013

Türkei: Massentourismus in Kappadokien

In der osttürkischen Hügellandschaft verbergen sich noch so einige schöne Flecken. Skurril wird die Landschaft bei unserem nächsten Stopp: Vulkanlandschaft, verwitterte Felsformationen und von Frühchristen in den weichen Stein gebaute Untergrundstädte als Zuflucht vor Verfolgung. Überfordert aber sind wir vom Massentourismus.

Vom Nemrut Dagi führt uns der Weg weiter Richtung Westen. Wir wählen weniger befahrene Strassen, fahren durch verschlafene Bauerndörfer, durch einsame Kiefernwälder und durch die karge Hügellandschaft an dessen Ästhetik wir uns kaum satt sehen können. Unser Ziel, die kleine Stadt Göreme erreichen wir am frühen Abend. Schon beim Einfahren in die Stadt wird uns klar, dass diese Ansammlung von Häusern nur für den Tourismus da ist. Hotels reihen sich an Restaurants und Cafés und Souvenirläden an Teppichhändler.

Wir wandern einen ganzen Nachmittag durch abgelegene Täler und lassen uns überraschen was wohl hinter der nächsten Wegbiegung auftauchen wird.

Die Region Kappadokien ist zu Recht beliebt. Mehrere Vulkane haben diese Landschaft geprägt. Der weiche Tuff erodiert im Wind und Wetter, zurück bleiben skurrile Felsformationen. Bereits vor über 1‘000 Jahren haben sich byzantinische Christen den weichen Felsen zunutze gemacht und ganze Städte in den Untergrund gebaut. So unscheinbar der Eingang in eine Höhle von aussen ist, so staunen wir doch nicht schlecht über die mehrschiffigen Kirchen und die wunderschönen Malereien an der Decke, die biblische oder weltliche Szenen festhalten. Wir wandern einen ganzen Nachmittag durch abgelegene Täler und lassen uns überraschen was wohl hinter der nächsten Wegbiegung auftauchen wird. In diesen Täler sind wir praktisch alleine, glücklicherweise reicht der Massentourismus nur so weit, wie der Car kommt.

Unsere Transalp hat uns in letzter Zeit auf Trab gehalten. Wahrscheinlich ist es die fehlende Zuneigung… Die Batterie hat uns schon im Oman Sorgen gemacht. Mit destilliertem Wasser gefüllt, ist sie nicht sehr hitzebeständig und das Wasser verdunstet regelmässig. In Göreme geht dann gar nichts mehr auch nach Wasser nachfüllen und aufladen. Kurzerhand nimmt uns der Hotelbesitzer, selbst ein Motorradfan, mit in die nächst grössere Stadt und wir können uns dort für erstaunlich wenig Geld eine wartungsfreie Gelbatterie erstehen. Mal sehen, wie lange die hält.

Um dem Trubel ein wenig zu einkommen entschliessen wir uns nach zwei Nächten in Göreme auf den Campingplatz zu zügeln. Oberhalb des Trubels geniessen wir die Einfachheit des Lebens unter Gleichgesinnten und schätzen die Möglichkeit mal wieder Spagetti mit Tomatensauce kochen zu können- die Zutaten dafür finden wir, man höre und staune, im Migros! Was wir schon von anderen Schweizern haben munkeln hören ist tatsächlich wahr, die orangen Lettern leuchten auch in der Türkei. Wir freuen uns über dieses erste Anzeichen von Heimat.

Unser nächstes Ziel ist die Weltstadt Istanbul wo wir hoffentlich am Mittwoch ankommen werden. Wir werden dort die Gelegenheit nützen um einen neuen Satz Reifen zu montieren. Besonders der Vorderreifen hat jetzt schon über 25‘000km auf dem Buckel und verdient den Lebensabend in Ruhe und Frieden verbringen zu dürfen. Der indische Hinterreifen hat sich zwar wacker gehalten, aber wenn wir schon dran sind, werden wir den wohl auch ersetzen. Dies sollte unser grünes Eselein hoffentlich fit genug machen, uns durch den Balkan zurück in die Schweiz zu tragen.

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