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02.06.2015

Kanada: Ankunft in Halifax

Halifax, der Ausgangspunkt unseres Abenteuers. Was uns wohl erwarten wird? So denken wir, als wir am frühen Abend mit der Flugzeugnase durch die dicke Wolkendecke über Nova Scotia stechen. Die Vorbereitungen sind gemacht, organisiert und geplant haben wir soweit wir können/ wollen alles - jetzt bleibt nur noch das Ausführen, der Rest wird sich zeigen.

Das Klischee des freundlichen Kanadiers, so ungern wir auch Klischees haben, bestätigt sich bereits mit der ersten Begegnung: Obwohl wir fast als letztes durch den Zoll gehen, ergibt sich ein kurzes interessiertes Gespräch über unsere Pläne, was über die monotone Handbewegung des Abstempeln eines Passes hinaus geht. Zurückversetzt nach Bangkok, Ausgangspunkt unseres letzten grossen Abenteuers fühlen wir uns, als wir realisieren, dass unsere Seitenkoffer bereits auf dem Flug massiv gelitten haben. Aus Alu gefertigt hat ein Koffer bereits eine anständige Delle bekommen, wie es sonst erst nach einer Woche Schotterpiste angemessen wäre. Aber noch schlimmer: Einer der beiden Reservekanister fehlt, samt dem Vorhängeschloss, welches eigentlich diese Dinge beieinander halten sollte. Ohne viel Hoffnung geben wir eine Anzeige beim Gepäckdienst auf. Die Herausforderung wird nun sein, einen Ersatz zu bekommen, welcher in die eigens angefertigte Halterung auch passt.

Ständiger Nieselregen kombiniert mit einem kalten Wind lässt uns an der Tatsache zweifeln, dass am kommenden Tag der Monat Juni beginnen soll.

Die Wolkendecke, wie bereits erwähnt, bringt uns einen frostigen Empfang in diesem neuen Land. Die Temperatur steigt auch durch den Tag nicht über 10°, ständiger Nieselregen kombiniert mit einem kalten Wind lässt uns an der Tatsache zweifeln, dass am kommenden Tag der Monat Juni beginnen soll. Ein Bus bringt uns ins Zentrum von Halifax. Unterwegs plaudern wir mit einem deutschen Paar, welches ihren Toyota Landcruiser verschifft hat, vorläufiges Ziel Mexiko. Im Hinterkopf denken wir, dass wir sie wohl nochmals wiedersehen werden...

Müde und vom Regen tropfend, klingeln wir an der Türe eines unscheinbaren Hauses. Wir werden bereits erwartet. Über Couchsurfing haben wir eine Studenten-WG gefunden, wir verstehen uns auf Anhieb und bereits unter dem Türbalken sind wir in interessante Gespräche verwickelt. Die Müdigkeit gewinnt immer, doch am nächsten Tag scheint der Jetlag bereits verschwunden zu sein. Wir essen obligate Pancakes und Oatmeal in einem cosy Bistro in der Nähe und machen uns auf in die unendlichen Weite eines Bürokomplexes am Hafen unten, die Reedereivertretung aufzusuchen. Hafengebühren hier, beim Zollbüro einen Stempel dort, alles eine kurze Sache, schon sind wir anfangs Nachmittag beim Autohafen. Einmal kopieren, einmal unterschreiben, ein Hafenarbeiter fährt mit unserem Motorrad vor und kurz später fahren wir ziemlich perplex über die Einfachheit und Schnelle des Ablaufes zurück Richtung Downtown. Unser grünes Kamel befindet sich in exzellentem Zustand auf dem Parkplatz des Hauses unserer Gastgeber.

Schlechtes Wetter kann uns nicht davon abhalten, die Umgebung zu erkunden. Am Dienstag fahren wir nach Peggy‘s Cove, ein charmantes kleines Fischerdörfchen eine Stunde südlich von Halifax. Die dramatische Wetterlage bringt den pittoresken Leuchtturm mindestens ebenso gut zur Geltung, wie blauer Himmel. Uns entgeht der hinterhältige Versuch der Schneeflocken, sich mitten im Sommer inkognito unter die Regentropfen zu mischen nicht. Wir treten den Rückzug an. Tropfend nass entscheiden wir uns zurück in Halifax, noch zum Schlechtwetterprogramm zu wechseln und gehen ins Museum „Pier 21“. Für Kanada als Immigrationsland hat Halifax eine besondere Bedeutung: Der grösste Teil der europäischen Einwanderer kam durch diesen Hafen um ein neues Leben zu beginnen. Das werden wir auch morgen früh machen, jedenfalls für die nächsten paar Wochen. Als nächstes fahren wir Richtung Norden nach Neufundland und begeben uns auf die Suche nach Eisbergen. Die sollen sich an der Küste Richtung Süden treiben - hoffentlich erhaschen wir einen Blick auf diese majestätischen Formationen.

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