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04.06.2015

Kanada: Nova Scotia, Neufundland, Wald und Wasser

Canada on the Road - Was gibt es besseres? Diese Aussage bestätigt sich: Die Kanadier sind sehr angenehme Strassengenossen. Obwohl sie hier riesige Autos fahren (das sind wohl alles Zimmermänner oder Gärtner), geht alles sehr zivilisiert vonstatten.

Fussgänger haben Vortritt, das wird praktisch zu 100% befolgt, häufig auch, wenn gerade kein Fussgängerstreifen in der Nähe ist, die Höchstgeschwindigkeit befolgen alle, obwohl es die breiten geraden Strassen eigentlich zulassen würden, schneller zu fahren. Das beste jedoch ist: in „School Areas“ und bei Abschnitten mit Strassenarbeiten gibt es Schilder mit „Geschwindigkeitsübertretungen werden doppelt gebüsst“. All dies kombiniert mit einem wohl schon grundsätzlich geerdeten Charakter der Kanadier macht die Strassen angenehm zu fahren und auch verhältnismässig sicher, besonders im Vergleich mit anderen bereits bereisten Ländern.

Nova Scotia, eine Halbinsel, ist vom Meer bestimmt: Fischfang ist allgegenwärtig, besonders frische Lobster werden überall gefangen und meist gerade in der Nähe in einem kleinen Restaurant serviert.

Unser Weg führt uns nach Norden, entlang der Küste. Kleine Highways, das ist unser bevorzugte Strassentyp: Mit wenig Schwerverkehr schlängen sich die Strassen durch die Landschaft, im Gegensatz zu den Haupthighways, welche eine breite grade Schneise durch den Wald schlagen und als grosser Eingriff in die Natur erscheinen. Nova Scotia, eine Halbinsel, ist vom Meer bestimmt: Fischfang ist allgegenwärtig, besonders frische Lobster werden überall gefangen und meist gerade in der Nähe in einem kleinen Restaurant serviert. Über eine Brücke geht‘s auf die Cape Breton Island. Dem berühmten Capot-Trail folgen wir entlang schroffer Klippen, kurzen Stränden und immer wieder durch wilden Wald. Unser Zelt kommt regelmässig zum Einsatz: Zuerst direkt am Meer, ein traumhaftes Plätzchen, dann abseits der Strasse im Wald an einem kleinen Bachlauf. Von Sydney (jawohl, auch in Kanada gibt es das), nehmen wir dann die Fähre nach Neufundland. Die Wikinger haben hier bereits 500 Jahre vor Kolumbus erste Siedlungen errichtet. Auch sonst erinnert die schroffe Landschaft an Länder im Norden Europas. Schon fast borealer Nadelwald wechselt sich mit rostbraunen Graslandschaften des Hochmoores ab.

Einzig das Wetter fordert uns heraus: Nach zwei Tagen Dauerregen bei Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt müssen wir unsere Campingambitionen ein wenig zurückstecken. Die Kanadier, hilfsbereit wie sie sind, haben Erbarmen: Nach dem ersten durchfrorenen Regentag suchen wir vergebens nach einem einsamen Zeltplätzchen, wir befinden uns gerade in einer ziemlich zersiedelten Landschaft. So klopften wir an einer Haustüre an, ob wir gegenüber unser Zelt aufschlagen dürfen. Das ist natürlich kein Problem, den Abend verbringen wir zusammen bei Whiskey resp. Tee und sprechen über unterschiedlichste Dinge. Es stellt sich heraus: alle in dieser Familie besitzen eigene Motorräder. Der Abend ist gerettet, die Nacht im Zelt nach einer so angenehmen Aufwärmphase natürlich kein Problem mehr.

Am nächsten Tag sehen wir tatsächlich die Eisberge. Wunderschön, die blauen Eisformationen in der malerischen Bucht. Nur, völlig durchnässt und zähneklappernd müssen wir uns eingestehen, dass noch eine weitere Nacht im Zelt keinen Sinn macht. Wir landen so in einem charmanten Bed & Breakfast an einem Meeresarm, können all unsere Kleider am Ofen trocknen, geniessen eine warme Dusche, was nach vier Nächten im Zelt eine nicht unwillkommene Angelegenheit ist.

St John‘s, die natürliche Hafenstadt ganz im Osten Neufundlands ist die älteste von Europäern gebaute Stadt Amerikas. Die wunderschön farbigen Häuser faszinieren uns. Stahlblau ist auch der Himmel, die wärmende Sonne scheint und alles sieht so aus, als ob das Wetter die schlechte Laune der vergangenen Tage bereits vergessen hat. Wir hoffen, dass sich dies so halten wird, und wir so den Rückweg aufs Festland nun noch im Sonnenschein geniessen können.

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