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12.06.2015

Kanada: Alle Farben von Neufundland

Bereits neigt sich das Inselleben für uns dem Ende zu. Wir durften eine wunderbare Zeit in Neufundland verbringen, auch wenn uns die (Wetter-)Launen dieser Insel zeitenweise etwas herausgefordert haben. Doch genau das macht auch ihren Charme aus!

Faszinierend, wie sich die Farben dieser Insel gleichsam mit dem wechselnden Wetter verändern. Im Regen tiefgrün und grau verhangen mit Nebelschwaden, bei Wolken das tiefschwarze Wasser der Flüsse und Seen und die senfgelben Algen am Strand. Und bei Sonne! Dann strahlt das Land in allen Farben. Leuchtender Löwenzahn am Strassenrand, lila blühende Blumen und rostrote Gräser neben hellgrünen Birkenwäldern und die Seen wiederspiegeln das Hellblau des Himmels. Und bei Glück auf den grossen Klippen: Die leuchetend weissen Eisberge im Meer. Dieses Farbspektakel und die damit auftretenden Stimmungen trösten uns über den Fakt hinweg, dass wir einige Male arg frieren, einige Male tropfnass werden und in der Wärme von den Moskitos gefressen werden.

Die Zeit vergeht schnell - fast zu schnell für uns, auch wenn wir das Gefühl haben, die Schweiz schon lange hinter uns gelassen zu haben.

Die Zeit vergeht schnell - fast zu schnell für uns, auch wenn wir das Gefühl haben, die Schweiz schon lange hinter uns gelassen zu haben. Aus diesem Grund entscheiden wir uns auch noch für einen Abstecher in den Norden, nach Twilingate, und so unseren Aufenthalt um einen Tag zu verlängern. Unser letzte Besuch in einem ebenso schönen Fischerdörfchen (Trinity) hat leider wegen der Kälte und unseren völlig durchnässten Kleidern ohne Fotos geendet - dies wollen wir nun in Twilingate nachholen. Zwar erreichen wir dieses charakteristische Dörfchen ebenfalls wieder in strömendem Regen, doch die heisse Dusche auf dem Campingplatz wirkt wiederbelebend und als wir am nächsten Tag von der Sonne im Zelt geweckt werden, wissen wir, dass der Abstecher eine gute Idee war. In aller Ruhe können wir nun nochmals die Eisberge bestaunen, von denen wir ganze 18 Stück im tiefblauen Meer zählen. Die Sonne ist so stark, dass auch unsere nassen Sachen pünktlich zur Weiterfahrt wieder trocken und warm sind.

Nun führt unser Weg über zwei Tagesetappen zurück zum Hafen, wo die Fähre zurück aufs Festland wartet. Wir fahren dabei - wie auch schon während dem Rest der Zeit - besonders aufmerksam, denn wir würden gerne noch einen „Moose“ (Amerikanischen Elch) sehen. Im Frühling schicken die Elchmütter ihre 1-jährigen Kälber weg, um fortan auf eigenen Beinen zu stehen. Die Kälber verirren sich besonders häufig an den Highway. Am zweitletzten Tag entdecken wir endlich einen jungen Moose am Strassenrand - ein Highlight für uns. Nun fehlt noch der ausgewachsene, der eine stattliche Grösse erreichen kann! Im Zelt wurden wir im Übrigen bisher von Tieren verschont, was auch daran liegen kann, dass wir - unter anderem aus diesem Grund - unser Zeltplätzchen meist in der Nähe der Strasse aufgebaut haben. Einzig in der letzten Nacht hören wir in Zeltnähe das markerschütternde Heulen eines Wolf / Kojoten.

Ebenfalls in der letzten Nacht in Neufundland zeigt sich uns nochmals deutlich der Charakter dieser besonderen Insel. Abends geniessen wir die herrliche Dämmerungsstimmung mit tiefstehender, roter Sonne. Mitten in der Nacht werden wir dann von Donnergrollen geweckt. Ein Gewitter fegt über unser Zelt hinweg, der Regen prasselt laut - nur um 15 Minuten später abrupt wieder aufzuhören. Es bewahrheitet sich, was uns eine alte Neufundländerin erklärte: „If you don‘t like the weather in Newfoundland - wait for five minutes“ (Wenn du das Wetter in Neufundland nicht magst - warte fünf Minuten).

Nächste Station ist Sydney (Nova Scotia), wo wir Freunde von Freunden treffen werden. Von dort aus gehts dann weiter nach Quebec.

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