header_22

16.09.2015

Honduras

Die Zeit vergeht und mit ihr auch immer neue Reiseabschnitte, einer davon unser Aufenthalt in Honduras - ein Land, das in den Schlagzeilen meist nur wegen seiner horrenden Kriminalitätsraten auftaucht. Dass es auch anderes zu bieten hat, merken wir schnell.

Unsere erste Station in Honduras ist das Dörfchen Copán Ruinas, das nach den unweit davon entfernten Maya Ruinen benannt ist. Das verschlafene Örtchen mit gepflasterten Gassen und blumenumrankten Fenstern entspricht so gar nicht dem Bild, das wohl die meisten von Honduras haben. Die friedliche, entspannte Stimmung gefällt uns und dank guten Reisebekanntschaften ist auch für Unterhaltung gesorgt.

Die gesamte Anlage ist eindrücklich und gut restauriert - für unseren Geschmack jedoch fast zu stark.

Hier besuchen wir die berühmten Copán Ruinas, die bereits im 16 Jahrhundert entdeckt, aber erst im 19. Jahrhundert bekannt wurden. Einst lebte hier eine der wichtigsten Maya Zivilisationen. Noch immer ist ihre Erforschung nicht abgeschlossen. Man nimmt an, dass die Stadt hier in 5 Phasen gebaut wurde; so fand man unter den heutigen Strukturen auch Überreste von früheren Bauten, die man heute in Tunneln betrachten kann. Die gesamte Anlage ist eindrücklich und gut restauriert - für unseren Geschmack jedoch fast zu stark; bekanntlicherweise gefallen uns Ruinen am besten, bei denen man auch die Spuren der Zeit noch beobachten kann. Wir staunen vor allem über die detailgetreuen Skulpturen und Inschriften, in denen häufig die Makaw Papageien auftauchen, die für die Maya besonders heilig waren. Auch der Gründer der Herrscherdynastie war nach ihnen benannt (Yak K‘uk Mo‘ - First Quetzal Macaw).

Von Copán geht es gemütlich durchs Hinterland weiter. Gemütlich im wahrsten Sinne vom Worte, denn wir werden immer wieder zum Anhalten gezwungen: In dieser Woche feiert Honduras seinen Unabhängigkeitstag und täglich findet in den Dörfern eine Art Prozession statt, die vor allem von den Schulkindern bestritten wird. Musizierend und militärisch paradierend zieht der Zug meist auf der Hauptstrasse dahin und blockiert alles. Etwas befremdend sind diese Prozessionen vor allem durch ihren militärischen Stil (die Jungs tragen dann auch alle Plastikgewehre in der Hand, es sei denn sie spielen ein Instrument) und überstilisierten Geschlechterrollen (die Mädchen sitzen in Prinzessinnenkleidchen winkend auf Wägen oder tanzen in übertriebenen kurzen Röcken im militärisch strammen Takt). Letztlich ist diese Prozession aber nur ein Abbild dessen, was wir auch sonst in Honduras (wenn auch vielleicht etwas weniger theatralisch) zu sehen bekommen: Polizei und Militär sind überall präsent, noch viel stärker als in den bisherigen Ländern. Vor jedem noch so kleinen Geschäft steht ein bewaffneter Mann, auch Plätze und öffentliche Gebäude sind streng bewacht. Wir hören, dass die Aktivitäten von Gangs mehr oder weniger das ganze Land in Schach halten: Täglich werden die Menschen hier damit konfrontiert, müssen Schutzzölle bezahlen oder Gewalt fürchten. Fast in jeder Familie gibt es heute jemanden, der diesem Alltag entflohen ist und nun im Norden (Mexiko oder USA) arbeitet - oft illegal. Die Hondurianer haben ihren eigenen Weg gefunden, mit einem so unsicheren Alltag umzugehen. Wir erleben sie als gutgelaunt, gemächlich und praktisch nie im Stress.

Nach einem kurzen, verregneten (ja, es regnet zuverlässig fast jeden Tag einmal - Regenzeit) Aufenthalt im kleinen Städtchen Gracias fahren wir an den Yojoa-See, der vor allem für seine immense Vogelvielfalt bekannt ist. 485 Arten sollen hier im umliegenden, dichten Dschungel leben. Bei unserer Wanderung durch den Parque Nacional Cerro Azul Meambar bekommen wir davon zwar nur wenige zu Gesicht, dennoch ist es eindrücklich, durch den Wald zu gehen, die Geräusche und Gerüche aufzunehmen und die Pflanzen zu bestaunen. Am Schluss bringt dann noch der Wasserfall nach dem schweisstreibenden Auf- und Abstieg eine schöne Abkühlung.

Die Weiterreise geht Schlag auf Schlag, was aber bei den kleinen Ländern und demzufolge kurzen Distanzen immer noch mit genügend Musse und Erholung zu machen ist. Bald werden wir schon in Nicaragua sein und dort ein paar Tage am Meer verbringen.

logo small
01
02
03
04
05
06
07
08
09
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
40
41
logo small
play
←   zurück ←   back
nav_left_icon
↑   nach oben   ↑ ↑   to top   ↑
nav_up_icon
weiter   → next   →
nav_right_icon