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14.11.2012

China: Reisterrassen in Ping'An

Ping’An, ein über 700 Jahre altes kleines Dörfchen, ist unser nächstes Ziel. Wie an den Hügel geklebt haften die wunderschönen alten Holzhäuser am Hang hoch über dem Tal. Die Reisterrassen umgeben das Dörfchen, Reis aber auch Gemüse wird hier in einfachster Art von Hand angebaut und geerntet.

Yangshuo verlassen wir per Bus zurück in Richtung Guilin, die verbindende Stadt der Region. Auf der Hinfahrt war die Umgebung durch den Regen und Nebel kaum zu bewundern gewesen. Umso mehr erfreuen wir uns an der Fahrt zurück, die uns auf einer sich durch Karstfelsen schlängelnder Strasse nach Guilin bringt. Das Kuriose an diesen Bergen ist, dass die Karstfelsen eigentlich aus einer Ebene herausragen. Die Landschaft um die Felsen ist praktisch flach und mit Reisfeldern kultiviert.

In Guilin kümmern wir uns zuerst um die Weiterfahrt. Von einem am Stadtrand gelegenen Busbahnhof geht es in einem kleinen Bus in Richtung Norden. Wir holpern über zum Teil ziemlich schlechte Strassen an einem charmanten Flüsschen entlang immer weiter in nur schwach besiedelte Gebiete. An einer Wegkreuzung in einem kleinen Dorf müssen wir noch umsteigen. Wir atmen einmal tief durch und denken, endlich haben wir es geschafft: Wir haben in China abseits vom Massentourismus ein schönes, friedliches und stressfreies Plätzchen gefunden.

Ein völlig überhöhter Eintrittspreis für Touristen am Taleingang holt uns wieder zurück auf den Boden des chinesischen Kapitalismus zurück.

Ein völlig überhöhter Eintrittspreis für Touristen am Taleingang holt uns wieder zurück auf den Boden des chinesischen Kapitalismus zurück. Umkehren inmitten vom Nichts ist jedoch keine Option und wir geben unser bestes, uns nicht die Stimmung vermiesen zu lassen. Schwierig, da man offensichtlich sieht, dass die Leute hier wenig bis gar nichts vom Geldsegen sehen. Als der Bus von der Strasse abbiegt geht es noch einmal steiler in die Berge hinauf. Über eine halsbrecherische Strasse tuckern wir hoch in Richtung Ping’An. Der Parkplatz befindet sich unterhalb des Dörfchens: Von hier an, geht’s nur noch zu Fuss weiter - oder mit dem Esel. Auf Anhieb finden wir ein gemütliches Hostel im kleinen Dorf. Wir sind ausserhalb der Hochsaison in China, dies hat zum grossen Vorteil, dass wir bis jetzt noch nie Problem hatten, ein Zimmer zu finden. Auch haben wir noch nie im Voraus eine Reservation gemacht sondern haben uns zuerst mal umgesehen. Bis jetzt hat sich dies so bewährt.

Am nächsten Tag machen wir uns auf um durch die Reisterrassen zu spazieren. Ein kleiner Pfad führt hoch auf einen kleinen Aussichtspunkt auf einer Anhöhe. Die Felder sind zurzeit geerntet. Braun ist der überwiegende Farbton im Landschaftsbild. Die Terrassenränder schlängeln sich wie Höhenlinien am Hang entlang, zum Teil ist die bebaubare Fläche der Terrasse weniger als einen Meter schmal - dennoch scheint es für die Bauern lohnenswert, auch diesen Platz zu nützen um einige Reispflanzen zu säen. Wir können beobachten, wie das Wasser bereits wieder in die Terrassen geleitet wird. Durch ein ausgeklügeltes System füllen sich die Terrassen so langsam wieder mit Wasser und werden vorbereitet, um wieder mit Reis bepflanzt zu werden. Insofern sind die Terrassenränder tatsächlich Höhenlinien, ausnivelliert durch das Wasser.

Vom Aussichtspunkt aus sehen wir, dass die chinesische Bauwut auch vor diesem kleinen abgelegenen Dörfchen nicht Halt macht: Es wird gebaut und das nicht nur aus Holz sondern auch aus Beton. Unweigerlich wird das das schöne Dorfbild verunstalten, jedoch auch Infrastruktur für den Tourismus generieren. Ein schmaler Pfad führt mal durch Bambuswald, mal über kleine Bächlein und mal durch Reisfelder auf die andere Seite des Dorfes. Die Natur ist wunderschön. Aber irgendwie können wir uns nicht so recht wohlfühlen. So entscheiden wir uns bereits einen Tag früher weiter zu gehen. Diese Entscheidung bestätigt sich am nächsten Morgen, als das Wetter umschlägt. Leichter Regen setzt ein und, wie immer in Chinas Bergen, parallel dazu kommt auch der Nebel. Per Bus geht’s zurück nach Guilin in der Hoffnung, noch einen Platz für den Nachtzug zurück nach Kunming zu ergattern. Diese Hoffnung bestätigt sich leider nicht. Dies ist kein weiter grösseres Problem: Guilin ist eine charmante Stadt am Li-River, den wir bereits in Yangshuo getroffen haben. Kurzerhand finden wir hier auch wohl noch die bisher schönste Jugendherberge.

Unsere China-Reise neigt sich langsam dem Ende zu. Wir planen noch ein paar Tage Kunming, um dann nächsten Montag wieder zurück nach Laos zu gehen.

Ping’An, a little village that is over 700 years old, is our next destination. As if glued to the hills, the beautiful old wooden houses cling to the slope high above the valley. The rice terraces surround the village, rice and vegetables are grown and harvested here by hand in the simplest way.

We leave Yangshuo by bus back to Guilin, the connecting city of the region. On the way there, the surroundings were hardly visible due to rain and fog. Now, we enjoy the ride back all the more, to Guilin on a road winding through karst rocks. The strange thing about these mountains is that the karst rocks actually protrude from a plain. The landscape around the rocks is practically flat and cultivated with rice fields.

In Guilin we organize the onward journey. A small bus heads north from a bus station on the outskirts of the city. The road along a charming river is pretty bumpy and leads us further and further into only sparsely populated areas. At a crossroads in a small village, we have to change busses. We take a deep breath and are happy that we have finally made it: We found a nice, peaceful and stress-free place in China away from mass tourism.

A completely inflated entrance fee for tourists at the valley entrance brings us back to the bottom of Chinese capitalism.

But we have rejoiced too early. A completely inflated entrance fee for tourists at the valley entrance brings us back to the bottom of Chinese capitalism. However, turning around in the middle of nowhere is not an option and we do our best not to let our mood be spoilt. These situations are difficult, since we can clearly see that people here see little or nothing of the money from these entrance fees. The bus takes another turn and drives up steeply into the mountains. The final minutes, we chug up a breakneck road towards Ping’An. The parking lot is below the village: From here, you can only continue on foot - or with the donkey. We immediately find a cozy hostel in the small village. We are out of the high season in China, which has the great advantage that we have never had a problem finding a room so far. We have never made a reservation in advance, and so far, this has proven to be the best way.

The next day we set out to walk through the rice terraces. A small path leads up to a small viewpoint on a hill. The fields are currently harvested. Brown is the predominant color in the landscape. The edges of the terrace meander along the slope like contour lines, in some cases the agricultural area of the terrace is less than a meter narrow - but it still seems worthwhile for the farmers to use this space to sow some rice plants. We can see how the water is already led back into the terraces. Thanks to an ingenious system, the terraces slowly fill with water again and are prepared to be planted with rice again. In this respect, the edges of the terrace are actually contour lines, leveled by the water.

From the vantage point, we see that the Chinese building frenzy does not stop at this small, remote village: There is construction everywhere, not only from wood but also from concrete. This will inevitably disfigure the beautiful village, but it will also generate tourism infrastructure. A narrow path leads through bamboo forest, over small brooks and through rice fields to the other side of the village. Nature is beautiful. But somehow we don’t really feel comfortable. So we decide to leave a day earlier that expected. This decision is confirmed the next morning when the weather changes. Light rain sets in and, as always in China's mountains, the fog closes in. The bus takes us back to Guilin in the hope of getting another seat for the night train back to Kunming. Unfortunately, this hope is not confirmed. This is not a major problem: Guilin is a charming city on the Li River that we have already met in Yangshuo. Without further ado, we find the probably most beautiful youth hostel to date.

Our China trip is slowly coming to an end. We are planning a few more days for Kunming before returning to Laos next Monday.

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