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13.12.2012

Vietnam: In der Seidenstadt Hoi An

Eine wunderschöne gut ausgebaute und doch nur schwach befahrene Küstenstrasse bringt uns weiter südlich von Hué in Richtung Hoi An. In der Altstadt von Hoi An, deren Name nicht umsonst übersetzt „friedvoller Versammlungsort“ heisst, scheint die Zeit still zu stehen. Schöne, den Flusslauf säumende koloniale Architektur, ein lebendiger Marktplatz und jede Menge hervorragende Patisserien sind eine gute Kombination um hier ein paar Tage zu bleiben.

Wir verlassen Hué über eine vorgelagerte ca. 20km lange Sandinsel. Fischerdörfer und Felder wechseln sich ab und vermitteln ein authentisches Bild von Vietnams Küste. Der Hauptverkehr mit den grossen und schweren Lastwagen verschwindet kurz nach der Insel in einem Tunnel, zurück bleibt eine sich charmant an die Hügel anschmiegende Küstenstrasse, praktisch nur für uns. Das ist eine Motorradstrecke in Perfektion.

Hoi An war einst ein wichtiger Hafen der Seidenstrasse.

Am frühen Nachmittag erreichen wir bereits Hoi An. Die Stadt, früher mal ein wichtiger Hafen, liegt ca. 5km einen Flusslauf hoch von der Küste entfernt. An einem Seitenarm des Flusses liegt die Altstadt mit gut erhaltenen, in französisch-kolonialen Baustil gebauten Häusern. Eine Brücke, von den Japanern Ende 16. Jh. gebaut, ist ein wahres Schmuckstück. Die Schönheiten dieser Stadt teilt man sich mit verhältnismässig vielen anderen Touristen. In den meisten Altstadthäusern befinden sich heute Guesthouses, Cafés und Restaurants. Auch gibt es hier etwa 200 Schneiderateliers, die jede Menge schöner Kleider verkaufen. Besonders Produkte aus Seide sind hier traditionellerweise eine beliebte Verkaufsware, denn Hoi An war einst ein wichtiger Hafen der Seidenstrasse: so werden hier auch heute noch Kleider, Schuhe, Lampions, Taschen etc. aus Seide verkauft. Auf dem Markt bieten Verkäuferinnen und Verkäufer Früchte, Gemüse, Fische und Fleisch feil. Taffe Verhandlungen über den Preis gehören hier dazu.

Das Wetter kann hier relativ schnell umschlagen. So ist es am ersten Tag schwül heiss, am zweiten regnet es praktisch den ganzen Tag und am dritten Tag beides abwechslungsweise. Wenn es hier regnet, sehen die Tröpfchen aus wie Staub, viel kleiner als man es sonst kennt. Man wird jedoch doch relativ schnell nass. Der Fluss schwillt ob den Wassermassen schnell und stark an, so dass er die unterste Strasse der Altstadt am Mittwoch überflutet. Die Leute hier nehmen das jedoch gelassen - am nächsten Morgen zieht sich das Wasser auch wieder zurück und alles ist zurück beim alten. Wir verbringen schöne Stunden schlicht durch die Strassen schlendernd, Häuser betrachtend, Leute beobachtend und natürlich ab und zu mal ein Kaffee und ein Pain au Chocolat geniessend.

Nach diesem eher touristischeren Städtchen zieht es uns wieder ins Hinterland. Hier in der südlicheren Hälfte von Vietnam ist das Land ein wenig breiter, entsprechend gibt es auch mehrere Strassen, die Nord-Süd verlaufen und als Alternative zum Highway 1 wohl eine gute Ausweichmöglichkeit sind. Auf der Fahrt nach Hoi An sind wir den 5‘000. km gefahren - so quasi Jubiläum :-).

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