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07.05.2013

Indien: Farbige Städte Jaipur und Jodhpur

Im Bundesstaat Rajasthan, dem „Land der Könige“ besuchen wir zwei Städte: Jaipur und Jodhpur. Erstere gilt als „Pink City“, zweitere als „Blue City“. Zahlreiche Forts und Paläste warten darauf, entdeckt zu werden.

Von Delhi kommend erreichen wir bereits am Mittag die Hauptstadt von Rajasthan, Jaipur. Diese Stadt ist auch als „Pink City“ bekannt, da die Häuser der Altstadt in einer einheitlichen Rosa-Farbe gestrichen sind, die Farbe der Gastfreundschaft in Rajasthan. Ein erster Spaziergang durch die Strassen zeigt uns jedoch, dass „Pink“ vielleicht etwas übertrieben ist, „Terrakotta“ würde es eher treffen. Farbdefinition hin oder her – wir sind uns einig, dass die Altstadt mit ihren Stadtmauern und grossen Toren tatsächlich sehr einladend und wunderschön anzusehen ist.

Majestätisch thront es am Hügelzug in den ersten Sonnenstrahlen: das Amber Fort aus der Kachchwaha-Dynastie.

Unser eigentliches Ziel befindet sich jedoch etwas ausserhalb von Jaipur: am nächsten Morgen bringt uns ein Tuktuk etwa 10 Kilometer aus der Stadt heraus. Um eine letzte Biegung kommend, bleibt uns der Mund offen stehen. Majestätisch thront es am Hügelzug in den ersten Sonnenstrahlen: das Amber Fort aus der Kachchwaha-Dynastie. Als wären sie eins mit dem Hügel, ragen hohe, solide Mauern auf, gekrönt mit formvollendeten Türmchen. Man kann sich hier stilecht auf dem Elefantenrücken durchs Haupttor tragen lassen, doch wir bevorzugen den Weg, der wohl früher den zu Fuss gehenden Dienern vorbehalten war. Vom ersten Innenhof, wo die Leute vom Elefanten absteigen, führt eine Treppe zu einem prächtigen Tor mit floralen, gut erhaltenen Malereien in einen weiteren Innenhof. Hier empfing Maharadja Man Singh seine Gäste. Von hier aus führt ein weiteres Tor in einen noch weitaus prunkvolleren Innenhof – die Gemächer des Maharadjas und seiner Familie, die hier einige Monate des Jahres verbrachten. Ein perfekt symmetrischer Garten, der in der Mitte zu einem Stern zusammenläuft mit einem Springbrunnen in seinem Zentrum ziert die eine Seite des Hofes, ein kleiner, mit Silberplättchen bestückter Tempel befindet sich auf der anderen Seite. Von hier aus führen Treppen und Gänge zu weiteren Teilen des Forts.

Von den filigranen, aus Marmor geschnitzten Fenstergittern bis hin zu den mächtigen, tragenden Säulen unterliegt hier alles einer perfekt inszenierten Symmetrie, die dem ganzen Komplex eine spürbare Harmonie und Ruhe vermittelt.

Unser nächstes Ziel ist das rund 300 Kilometer weiter westlich gelegene Jodhpur – die „Blaue Stadt“. Die Landschaft verändert sich während der Fahrt drastisch, wir kommen in die Wüste Thar. Trockene Ebenen mit kahlen Bäumen, dann wird es etwas hügelig, steinig. Kamele trotten die Strasse entlang, Karren hinter sich herziehend. Sobald wir anhalten, ist die Hitze fast unerträglich. Als wir mittags in Jodhpur ankommen, sind wir nassgeschwitzt – das Thermometer zeigt mittlerweile 42 Grad an.

Die Blaue Stadt erweist sich als tatsächlich blau – so blau, dass der wolkenlose Himmel dagegen richtig fade wirkt. In einem dieser blauen Häuser finden wir eine Unterkunft. Von dort aus unternehmen wir Spaziergänge durch die blauen Gassen, die in der Hitze eine wohltuend kühle Ausstrahlung haben. Man sagt, die blaue Farbe der Häuser wehre Moskitos ab, doch ursprünglich war es die Kaste der Brahmanen, die ihre Häuser so kennzeichneten.

Auch in Jodhpur gibt es ein Fort. Jodhpur lag einst an einer bedeutenden Handelsstrasse. Um 1459 baute der damalige Herrscher Roa Jodha das mächtige Mahrangarh Fort oberhalb der heutigen Stadt Jodhpur. Majestätisch thront die mächtige Festung über der Stadt. Leicht ist vorstellbar, wie bequem solch ein Fort zu verteidigen ist. Die Maharadja-Dynastie regierte von hier aus die Stadt und das Umland für mehrere hundert Jahren. Hat man einmal drei verwinkelte Tore passiert, ist man im Inneren der Festung. In den ehemaligen Gemächer des Herrschers sind alte Utensilien ausgestellt und zum Teil ganze Räume in Originaldeckoration zu bewundern. Nicht zuletzt die Aussicht selbst auf die Blaue Stadt ist faszinierend. Als die Mittagshitze unerträglich wird bleibt nur noch der Rückzug in die unteren Stadtteile.

Überschattet wird der Aufenthalt in den beiden Städten einzig durch die anhaltenden Magenprobleme, die uns immer noch plagen. Antibiotika schaffen schlussendlich Abhilfe und wir hoffen, nun wieder unbeschwert weiterreisen zu können.

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