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02.05.2013

Indien: Grossstadtleben in Dehli

In der 16-Millionen Stadt Delhi besuchen wir zwei bedeutende Gebäude von Shah Jahan aus der Mughal-Dynastie, werden krank – und sind schlussendlich doch glücklich.

Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass es sich lohnt, zum Fahren früh aufzustehen. Verschlafen packen wir so morgens um 4.30 Uhr in Chandigarh unsere Sachen zusammen und fahren pünktlich um 5.00 Uhr los. Noch ist es um diese Zeit angenehm kühl und man hat die Strasse praktisch für sich. In der aufgehenden Sonne sehen wir drei Pfaue auf einem Strommast sitzen, auch ein paar bunte Papageien flattern neben uns vorbei. Damit hat es sich aber auch mit der Schönheit: Die Strecke in die Hauptstadt zeigt uns eines der grossen Probleme Indiens auf: Umweltverschmutzung. Flüsse und Felder sind mit Abfall übersät, der säuerlich schwere Geruch dringt durch Helm und Gesichtsmaske. Auf einer Brücke sehen wir, wie ein Auto anhält, sackweise Abfall ausgeladen und in den Fluss geworfen wird. Am Himmel klebt ein gelber Streifen, der auch nicht auf das nahende Gewitter zurückzuführen ist. Wir können nur verständnislos den Kopf schütteln.

Morgens um 7 Uhr überrascht uns dann das Gewitter. Es schüttet aus Kübeln und bis wir uns zu einer nahen Dhaba retten können, sind wir schon nass. Bei Abwarten und Tee trinken beobachten wir das Schauspiel. Nach kurzer Zeit ist es vorbei, der Himmel klärt sich, es wird heiss und wir werden trocken.

Dem Hereinfahren in die 16-Millionenstadt Delhi haben wir im Voraus mit Unbehagen entgegengeschaut. Wir rechnen mit einer langwierigen, mühsamen und gefährlichen Fahrt. Umso überraschter und erfreuter sind wir, als wir von den Aussenbezirken bis zum Hotel nur gerade 1 Stunde brauchen und diese auch noch angenehm zum Fahren ist.

In Delhi besichtigen wir das Rote Fort, welches von Shah Jahan 1634 während der Mughal-Dynastie erbaut wurde. Der Pomp und der Reichtum, in dem die Stadt damals erstrahlte, währte nicht lange, doch ist noch heute gut vorstellbar wenn man durch die Tore schreitet und die Paläste bewundert. Die floralen Muster aus eingelassenen farbigen Steinen im weissen Marmor sind vor allem in den Hauptpalästen zu finden, während die starken Mauern rundherum aus solidem rötlich braunem Sandstein gebaut wurden. Wir schlendern durch die Parkanlage, freuen uns an den Gebäuden und beobachten kleine Streifenhörnchen.

Einen ähnlichen Baustil wie derjenige des Roten Forts finden wir auch in Indiens grösster Moschee, das letzte von Shah Jahans Bauwerken. Sie fasst rund 25‘000 Menschen – doch wir sind froh, dass in der brütenden Mittagshitze bei bis zu 40 Grad nicht ganz so viele anwesend sind… Auch hier dominiert roter Stein, die dicken Mauern schützen vor der Sonne und in den Kuppelräumen ist es angenehm kühl.

Unser kulinarisches Vokabular wächst umgekehrt proportional zu unserer verbleibenden Reisezeit in Indien.

Unser kulinarisches Vokabular wächst umgekehrt proportional zu unserer verbleibenden Reisezeit in Indien. Inzwischen kennen wir die gängigsten Namen der Speisen und werden nicht mehr überrascht, wenn wir Alu Gobi, Chana Masala oder ähnliches bestellen. Dennoch gibt es immer noch viel zu entdecken. In Delhi findet man wohl die grösste kulinarische Vielfalt, denn alle Spezialitäten des Landes kann man hier finden. Oder: könnte man. Wenn man nicht gerade mit Magenproblemen im Bett liegt, wie wir während der restlichen Zeit in Delhi. Zum Glück erhalten wir in diesen Tagen auch gute Nachrichten.

Am Montag erreicht uns endlich das E-Mail der Agentur, der wir den Auftrag gegeben haben, unsere Visa für den Iran zu organisieren. In den vergangenen Tagen haben wir mit Bangen in diversen Foren gelesen, dass während den Wahlen im Iran (15. Juni 2013) nur wenige bis keine Touristen ins Land gelassen werden, dass Aufenthalte gekürzt werden oder Visaanträge gar nicht erst angenommen werden. Umso grösser die Erleichterung, als wir per Mail den benötigten Code erhalten, mit dem wir in der Botschaft die Visa abholen können. Leider stellt sich dann auf der Botschaft heraus, dass wir nach Erhalt des Visums innerhalb von 15 Tagen einreisen müssen. Da dies so unsere Pläne durchkreuzt, müssen wir in 3 Wochen nochmals nach Delhi kommen, um dann das Visum abzuholen. So werden wir nun voraussichtlich um den 06. Juni von Delhi statt von Mumbai aus in den Iran fliegen. Diese kleine Änderung ist jedoch viel einfacher einzurichten, als wenn das Visum abgelehnt worden wäre und so ist unsere Freude ungetrübt, bald dieses wunderschöne Land besuchen zu dürfen.

Inzwischen wieder wohlauf werden wir bald weiterreisen Richtung Süden.

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