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09.07.2015

Kanada: In den Nationalpärken der Rocky Mountains

Die Rocky Mountains - Inbegriff der Schönheit von Kanada: Zerklüftete Berge, glasklare, eiskalte Bergseen, Grizzlybären, Elche, Wildnis, Einsamkeit. In den Nationalpärken Banff und Jasper hingegen, die den Beginn unseres Rocky Mountains Erlebnisses markieren, müssen wir ab und zu auch Touristenströmen aus dem Wege gehen.

Hinter Calgary werden sie erstmals durch den Dunst sichtbar: Die Rocky Mountains. Aus der Ferne noch nicht besonders beeindruckend, werden sie imposanter, je näher wir kommen. Innert kürzester Zeit sind wir mitten drin und wir können kaum fassen, dass wir tags zuvor noch in der endlos flachen Prärie geschwitzt haben. Die Nationalpärke Banff und Japser stehen als erstes auf unserem Programm. Wir rechnen 5 Tage ein, um so genügend Zeit zu haben, die wunderschöne Natur zu geniessen. Mit uns sind es viele andere, die in die Parks wollen: Die Schlange reiht sich endlos vor dem kleinen Häuschen, welches die Tickets vergibt. Tatsächlich sind es jährlich mehrere Millionen Besucher, die die beiden Nationalpärke besichtigen - doch bei einer Fläche von etwa 20‘000 km2 verteilt sich das schon. Dennoch entstehen einige touristische Ballungszentren, denen wir in diesen Tagen schnell aus dem Weg gehen lernen (es sei denn, wir profitieren von ihren Sonnenseiten, zB einem guten Kaffee und Internet :-) - was durchaus auch mal vorkommen kann).

Im Rückblick verschmelzen die einzigartigen Ein- und Aussichten in die Natur Kanadas in diesen Pärken zu einem grossen, staunenden „Oooh!"

Im Rückblick verschmelzen die einzigartigen Ein- und Aussichten in die Natur Kanadas in diesen Pärken zu einem grossen, staunenden „Oooh“: Da sind die 3 Rehe, die plötzlich wie aus dem Nichts auf unserem Wanderweg stehen und scheinbar unbeeindruckt von der menschlichen Präsenz unbeirrt an uns vorbeiziehen. Da sind die glasklaren Seen, ihre Farbe je nach Tiefe und Kältegrad variierend von Tiefblau über Blaugrün bis zum hellsten Türkis, die uns auch zum einen oder anderen kalten Bad verleiten. Da sind die Berge, schroff und wild, überraschend nach jeder neuen Kurve. Zu wissen, dass hinter ihnen die pure Wildnis schlummert (einige Gebiete sind explizit für Menschen verboten), fasziniert uns. Da ist auch der Moment während dem Fahren, wo man in ein Flussbett hinunterschaut, wo milchigblaues Gletscherwasser kleine Inseln mit Kiefern umfliesst und man denkt „jetzt fehlt nur noch der Elch“ - und dann plötzlich tatsächlich einer dort steht. Und es sind die Gletscher, die scheinbar von jedem Berg fliessen. Am Beispiel des Columbia Icefields wird uns aber auch bewusst, dass das vermeintliche Paradies, in dem wir uns hier befinden, arg gefährdet ist. Seit 1885 ist das Volumen dieses Gletschers um 60% zurückgegangen. Es ist ein fragiles Ökosystem, in dem wir uns befinden - wird die Menschheit die Herausforderung der Balance meistern?

Die Campingplätze, auf denen wir die Nächte verbringen (im Park können wir nicht wild zelten), sind, obwohl nur mit dem nötigsten ausgerüstet (Toiliette, keine Dusche, oft kein fliessendes Wasser), sehr idyllisch und tragen klingende Namen wie Mount Silverhorn oder Honeymoon Lake. Wir sind positiv überrascht davon, wie gut Besuchende auf die Gefahren des so nahen Zusammenlebens von Mensch und Natur aufmerksam gemacht werden (und wie gut sich die grosse Mehrheit daran hält). So fühlen wir uns immer wohl, auch wenn wir mitten im Bärengebiet zelten und schlafen nach einer Nacht Eingewöhnungszeit immer gut.

Unsere Zeit in den Nationalpärken geht nun bereits zu Ende, doch die Rocky Mountains werden uns noch weiter begleiten. Nach einem Schwenk über Prince George werden wir nun über den Caribou Highway Richtung Vancouver Island fahren und hoffen, auf dieser Strecke ein paar dieser schönen Tiere zu sichten.

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