header_11

19.07.2015

Kanada: British Columbia und Vancouver Island

Geschichten, spinnwebengleich gewoben und verflochten, Jahrtausende, Jahrhunderte oder auch nur Jahrzehnte verbindend, begleiten uns durch British Columbia. Hier bekommen wir die Geschichte Kanadas vor Augen geführt, von der Zeit der First Nations, über den Goldrausch, der Tausende in dieses Land strömen liess, bis hin zur heutigen Situation des Zusammenlebens all dieser Kulturen, die sich im Laufe der Zeit in Kanada niedergelassen haben. Hier schauen wir auch zurück auf ein Stück persönlicher Familiengeschichte.

Von der Rocky Mountains her kommend folgen wir dem Fraser River, die Lebensader dieser Region. Wir fahren auf dem Cariboo Highway, eine Strasse, die zugleich das Tor zur Geschichte des Goldrausches in Kanada bildet. Der erste Goldfund im Fraser River anfangs 19. Jahrhundert löste einen regelrechten Sturm auf die Gegend aus. Aus Abenteuerlust oder mit dem Traum vom sofortigen Reichtum brachen Tausende Männer, manchmal mitsamt Familie, aus verschiedenen Ländern nach Kanada auf. Und im Land, in dem die First Nations seit Jahrtausenden ihre Kultur und Lebensweise aufgebaut hatten, trafen diese erstmals aufeinander. Nicht immer nur friedlich, wie man sich gut vorstellen kann. Die Folgen sind noch immer spürbar und uns scheint, als würde den Stimmen der First Nations noch heute nicht genügend Raum gelassen.

In British Columbia treffen wir auf den Pazifischen Ozean, nachdem wir in den letzten Wochen ganz Kanada durchquert haben.

British Columbia bedeutet auch in unserer persönlichen Zeitrechnung ein Meilenstein: hier treffen wir auf den Pazifischen Ozean, nachdem wir in den letzten Wochen ganz Kanada durchquert haben. Und nicht nur das: Hier dürfen wir ein kleines Stück Familiengeschichte weiterweben, das vor 40 Jahren in Vancouver angefangen hat. Als junge Frau lebte Simons Mutter während einiger Zeit als Aupairmädchen bei einer Familie in dieser Stadt. Die Beziehung hielt an, und so haben wir heute die Möglichkeit, einige dieser Familienmitglieder kennenzulernen. Erste Station ist für uns die Stadt Victoria, auf Vancouver Island. Hier wohnt das nun erwachsene Aupairkind mit ihrer Familie. Leider sind sie und ihre Tochter gerade ferienhalber abwesend, doch wir dürfen bei ihrem Mann und dem liebenswürdigen Hund wohnen. Wir geniessen es, einen stadtkundigen Guide zu haben, der uns vieles über Victoria und die Insel erzählen kann. Das vielfältige Stadtbild, die entspannte Atmosphäre und der fast rundum gehende Meereszugang von Victoria begeistern uns. Auch die Flora der Insel ist ganz anders als alles bisher erlebte: So gibt es auf der Insel regelrechten Regenwald, dicht und wuchernd, und auch zwei endemische Bäume können wir in Victoria bewundern: die Gary Oak (Oregon Eiche) und den Arbutus (Amerikanischer Erdbeerbaum). Fast märchenhaft, und doch für die Bewohner Victorias eher störend, sind die vielen Tiere im Stadtbild. So ist es nicht verwunderlich, am helllichten Tag mitten in der Stadt einen Hirsch oder ein Reh anzutreffen.

Im Museum erfahren wir mehr über die First Nations dieser Region (Haida, Kwakwaka'wakw, Gitxsan, Tsimshian, Nisga'a unter vielen anderen - die auch meist ihre eigenen Sprachen haben) und besuchen die Sonderausstellung über den Goldrausch. Vor unserem inneren Auge verbindet sich das Gelesene mit den soeben durchreisten Gegenden und die Stadt Victoria mit der ältesten Chinatown Kanadas zeigt uns nochmals auf, wie multikulturell dieses Land schon seit Generationen ist.

Eine Tagesetappe von Victoria entfernt liegen Kanadas schönste Strände. Rau und wild, naturbelassen und wunderschön. Hier verbringen wir drei Tage mit langen Strandspaziergängen, kleinen Wanderungen durch die Wälder und staunendem Innehalten und die Aussicht geniessend. Hier hat es nicht nur gute Surferwellen im (kalten!) Wasser, sondern auch viele besonders alte Bäume im Wald. Das milde Klima und die guten Wachstumsbedingungen tragen dazu bei, dass die Zedern riesig werden und ihr Umfang schon mal ein paar Meter betragen kann. Durch den dichten Regenwald zu gehen und immer wieder neue dieser Baumriesen zu sichten, fasziniert uns. Welche Geschichten sich wohl in ihren zahlreichen Jahresringen verbergen?

Nach diesen schönen Tagen Naturgenuss wartet nun ein letztes Kapitel in Kanada auf uns: die Grossstadt Vancouver. Die Fähre bringt uns über den Meeresarm zurück aufs Festland und augenblicklich sind wir wieder mitten drin im Gewusel. Wir freuen uns darauf, hier eine neue Stadt zu entdecken, neue/alte Bekanntschaften zu machen und auch unsere weitere Route durch die USA zu planen.

logo small
play
logo small
01
02
03
04
05
06
07
08
09
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
logo small
play
←   zurück ←   back
nav_left_icon
↑   nach oben   ↑ ↑   to top   ↑
nav_up_icon
weiter   → next   →
nav_right_icon