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16.03.2013

Nepal: Durch die Berge Richtung Kathmandu

Nicht nur zeitlich gesehen befinden wir uns in der Halbzeit unserer Reise: Nepal ist das 8. Land, das wir Reise besuchen, 8 weitere liegen noch vor uns. 3 Tage wunderschöne Fahrt bringen uns in Nepals Hauptstadt: Kathmandu.

Frühmorgens machen wir uns in Darjeeling auf, um die nahe gelegene Grenze nach Nepal zu überqueren. Ganz so einfach wie gedacht erweist sich das jedoch von Beginn weg nicht: Kaum in Darjeeling abgefahren, nur ein paar Kilometer ausserhalb, bemerken wir unseren platten Hinterreifen. Glücklicherweise befinden wir uns gerade in einem Dorf und die kleine Pumpstation, welche hier von allen regelmässig frequentiert wird, ist gleich um die Ecke. Der bärtige, freundliche Inhaber begutachtet den Schaden mit seinem Sohn und holt danach routiniert das Werkzeug hervor sowie eine kleine Bank – „for the lady“. Knapp zwei Stunden später nach einem abschliessenden Tee fahren wir weiter.

Bald erreichen wir die Grenze. Hier brauchen wir erstmals auf unserer Reise das „Carnet de Passages“, ein Dokument, welches in den nächsten Ländern jeweils am Zoll als eine Art Pass für unser Motorrad den temporären Import erleichtern soll. Alles läuft wie am Schnürchen und bald befinden wir uns auf nepalesischem Boden. Die Veränderungen sind immens: plötzlich fahren wir über ruhige Landstrassen, durch Wälder, Felder. Keine lärmenden und stinkenden Lastwagen, keine gewagten Überholmanöver, nach den letzten Stunden Fahren in Indien die reinste Erholung. Wie bereits in jedem besuchten Land gefallen uns besonders die einfachen Landhäuser. Hier sind es farbig gestrichene Holzhäuser mit geschnitzten Veranden, etwas später werden es kombinierte Lehm- Holzhäuser. Immer wieder halten wir an, um grosse Ziegen- oder Kuhherden passieren zu lassen.

Noch sind uns die Bräuche und Verhaltensweisen in den Tempeln etwas fremd und wir sind unsicher, was für uns „Ungläubige“ erlaubt ist.

Wir übernachten einmal in Dharan, bevor wir uns in das bekanntere Städtchen Janakpur aufmachen, eine der wichtigsten heiligen Stätten der Hindus. Der Weg dorthin ist nicht mehr weit, und am Nachmittag bestaunen wir bereits den Janaki Mandir, den reich verzierten Tempel mitten im Städtchen. Noch sind uns die Bräuche und Verhaltensweisen in den Tempeln etwas fremd und wir sind unsicher, was für uns „Ungläubige“ erlaubt ist. Fasziniert beobachten wir das lebhafte Treiben um uns herum. Auf dem Platz vor dem Tempel werden farbige Kordeln, Blumen und Abbilder der Götter verkauft. Farbiges Puder wird für verschiedene Rituale gebraucht. Kühe sieht man hier überall – sie sind die heiligen Tiere. Wer eine Kuh anfährt, erhält dementsprechend 12 Jahre Haft – gleichviel wie bei Mord.

Von Janakpur aus führt unser Weg in die Hauptstadt, nach Kathmandu. Wir entschliessen, nicht die direkte Strasse über den Highway zu nehmen, sondern durch das Hinterland zu fahren. Die Strasse ist kaum befahren. Kleine, wunderschöne Dörfer inmitten bewirtschafteter Terrassen siedeln zerstreut auf den Hügeln. Die frühe Morgensonne wärmt uns während der Pause zuoberst auf dem Pass, während wir unseren Blick schweifen lassen und die Weite, die Ruhe und den spürbaren Frieden geniessen.

Bald blicken wir von weitem in das Flusstal. Es ist lange her, seit wir letztes Mal einen so sauberen Fluss gesehen haben. In der Trockenzeit ist ein Teil des Flussbettes ausgetrocknet, doch die langen Hängebrücken lassen erahnen, dass hier in der Regenzeit eine deutlich grössere Wassermasse durchfliesst. Von der bisher gut geteerten Strasse zeigt ein handbeschrifteter Pfeil steil hinauf „to Kathmandu“. Wir stutzen, doch nehmen die Herausforderung an. Steil hinauf, gleich darauf wieder genauso steil hinunter, enge Kurven, Sand und Staub ohne Ende, so geht es die nächsten 30 Km weiter, für die wir gut 3 Stunden brauchen. Entgegenkommende Busse, welche die Strecke zum Teil nur mit grösster Mühe überwinden können, sowie hilfsbereite Dorfbewohner in den kleinsten Dörfchen bestätigen uns immer wieder, dass wir noch auf dem richtigen Weg sind. Für die Anstrengungen, welche den Schweiss reichlich fliessen lassen, werden wir dafür mit wunderschönen Aussichten belohnt. Unter uns schlängelt sich der milchig grüne Fluss, gleich daneben gehen trockene Hänge steil hinauf. Ab und zu erscheinen oasenartige Siedlungen, wo Mais, Weizen und Kartoffeln angebaut werden. Ziegen- und Kuhherden weiden friedlich und Schulkinder am Strassenrand winken uns fröhlich zu. Kämen wir in ca. 3 Jahren zurück, wäre die Staubstrasse wohl geteert – die Bauarbeiten sind im Gange.

Zurück auf der geteerten Strasse naht unser Ziel. Grössere Siedlungen, mehr Menschen und auch mehr Verkehr kommen auf, je näher Kathmandu rückt. Bald sehen wir von weitem die Dächer der Hauptstadt. 3 Tage wunderschöne Fahrt liegen hinter uns – nun sind wir bereit, ins Stadtleben einzutauchen und die faszinierende Stadt Kathmandu zu entdecken.

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