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03.06.2019

Rauch und Wasser

Der April bringt für uns in Laos nicht nur ein neues Jahr (laotisches Neujahr), sondern auch nochmals einen besonderen Besuch: Simons Eltern trotzen dem Smog und den Kübeln voller Wasser und wir verbringen eine schöne Zeit zusammen.

Über Wochen ist die Luft trüb, an manchen Tagen kommt die Sonne kaum durch und die Smogwerte gehen durch die Decke, die Leute klagen über Hals- und Kopfschmerzen.

April ist die Zeit der “Burning Season”: Bauern in ganz Südostasien brennen ihre Felder ab, um diese für die nächste Pflanz-Saison vorzubereiten. Diese alte Tradition bringt aber äusserst unangenehme Umstände mit sich: Über Wochen ist die Luft trüb, an manchen Tagen kommt die Sonne kaum durch und die Smogwerte gehen durch die Decke, die Leute klagen über Hals- und Kopfschmerzen. Besonders schlimm ist es dieses Jahr im Norden Thailands. Genau dort, wo Simons Eltern durchreisen. So kürzen sie ihre Zeit ab und kommen etwas früher nach Luang Prabang als ursprünglich geplant.

So haben wir genügend Zeit miteinander, um die Stadt und umliegende Attraktionen zu besichtigen. Kuang Si Wasserfall, Phousi Mountain, verschiedene Märkte, das Papier- und Weberdorf – es gibt so viel zu sehen dass uns nicht langweilig wird. Dazwischen gibt’s laotischen Kaffee am Mekong und natürlich kommt auch die lokale Kulinarik nicht zu kurz. Besonders wichtig für sie ist es auch, unseren Alltag hier mitzuerleben. Zu sehen, wo wir wohnen und arbeiten und mit wem wir unsere Zeit hier verbringen hilft, ein besseres Bild zu haben, wo wir hier so abgeblieben sind.

Und dann erleben wir zusammen das wohl verrückteste Fest im laotischen Jahreskalender: das Laotische Neujahr. Als Josephine einige Tage vor Beginn des offiziellen Festes erstmals auf dem Fahrrad von einem Kübel Wasser erwischt wird, wissen wir: Jetzt geht es los. Ab dann ist man ab Mittag nicht mehr sicher und sollte besser alle Wertsachen in wasserfesten Tüten verpackt haben, denn Ausnahmen gibt es keine. Grüppchenweise stehen Jugendliche und Kinder am Strassenrand, teilweise nur mit einer Wasserpistole, teilweise mit dem Schlauch oder aber mit einem grossen Fass, von dem kübelweise Wasser geschöpft und auf die vorbeigehenden-/fahrenden Leute geworfen werden. Dabei – wie bei jedem laotischen Fest – darf natürlich die laute Musik nicht fehlen, die aus allen Lautsprechern dröhnt. Zu Spitzenzeiten verwandeln sich die Hauptstrassen zu ausgelassenen, wilden Wasserschlachten, bei denen kein Fleck trocken bleibt. Gut, dass es so heiss ist! So macht einem die Nässe nichts aus. Bis zum Tag 3 finden wir das ganze auch ziemlich lustig, danach hat man es auch mal gesehen und sehnt sich wieder danach, etwas unkomplizierter in die Stadt gehen zu können, ohne immer gleich völlig durchnässt zu sein. Hier ein kleiner Einblick in die Strassen Luang Prabangs während Pi Mai:



Das Laotische Neujahr ist aber bei Weitem nicht nur ein Spassfest. Es ist tief verwurzelt in der buddhistischen Tradition des Landes. Offiziell dauert es drei Tage: der erste Tag ist der letzte des alten Jahres, der zweite Tag ist ein Zwischentag, der zu keinem Jahr gehört, der dritte Tag markiert den ersten Tag des neuen Jahres. Das Wasser hat – wie bereits beschrieben – dabei eine spezielle Rolle. Am letzten Tag des Jahres werden alle Häuser geputzt und auch in den Tempeln ist die Reinigung ein wichtiges Ritual. Auch die Mönche sowie alle Buddhastatuen eines Wats (Tempels) werden zur Reinigung und als Segen mit parfümiertem Wasser begossen, um das neue Jahr zu beginnen.

Begleitet werden die Festivitäten auch mit diversen Umzügen durch die Stadt. Gestartet wird mit der Elefantenprozession, bei der geschmückte Elefanten durch die Strassen ziehen. Bei weiteren Prozessionen werden die wichtigste Buddhastatue (Phra Bang) vom Nationalmuseum zum Tempel getragen, begleitet von Tänzen, unter anderem von “Grossmutter und Grossvater Nyeu”, Figuren, die die Ahnen aller Laoten darstellen sollen. Zu allem drauf wird auch noch die Miss Lao gekürt. Das Feiern findet (fast) kein Ende! Auch zu den Prozessionen hier einen kleinen Einblick:



Die Zeit vergeht wie im Flug. Als Abschied unternehmen wir eine Mekongfahrt auf einem kleinen Boot, um die Stadt nochmals vom Fluss aus zu sehen. Wir freuen uns immer, Besuch zu haben und unser Leben hier ein Stück weit teilen zu können. Dies macht es uns auch stets wieder bewusst, wie gerne wir hier sind und wie sehr wir unser Leben hier geniessen.

Das Wiedersehen wird aber nicht lange auf sich warten lassen. Unsere Flüge für einen Besuch in der Schweiz sind gebucht und so werden wir Ende August nach 2 Jahren erstmals wieder Zeit mit Familie und Freunden in der Schweiz verbringen (3 Wochen). Wir freuen uns und sind gespannt auf den Kulturschock! :-)


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