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31.07.2019

Warten auf den Regen

Nach Pi Mai (Lao New Year) folgt die heisseste Zeit des Jahres. Die Temperaturen sinken tags wie nachts kaum mehr unter 30 Grad – und dieses Jahr zieht sich die Hitze unnötig lang hin. Da wir aber beide ziemlich beschäftigt sind, fliegt die Zeit trotzdem.

Anfangs Mai macht Joséphine einen Ausflug nach Vientiane, da das Arbeitsvisum für ein weiteres Jahr an der Grenze abgestempelt werden muss. Sie geniesst ein paar Tage in der Hauptstadt und hat auch noch Zeit für Sightseeing. Interessant, wie die Hauptstadt bei jedem Besuch etwas sympathischer wird. Bei unserem allerersten Besuch vor 8 Jahren fühlten wir uns überhaupt nicht wohl, nun mittlerweile wo wir sie besser kennen, erkennen wir auch mehr und mehr ihren Charme.

So blühen die «Feuerbäume» der Stadt, mit leuchtenden orangen Blüten, die Goldregen in knalligem Gelb und auch die weissen Frangipani Bäume mit ihren perfekten Blüten (die Nationalblume von Laos) zeigen wochenlang ihre Pracht.

Der Mai ist wie gewöhnlich ein sehr heisser Monat. Teilweise steigt das Thermometer auf die 40 Grad, dazu regnet es eigentlich nie. Ein Stück weit gewöhnt man sich daran, doch auch die Laoten sagen uns, es sei schon länger nicht mehr so heiss gewesen. Doch die Hitze hat auch schöne Seiten. So blühen die «Feuerbäume» der Stadt, mit leuchtenden orangen Blüten, die Goldregen in knalligem Gelb und auch die weissen Frangipani Bäume mit ihren perfekten Blüten (die Nationalblume von Laos) zeigen wochenlang ihre Pracht. Die Bougainvilleen in unserem Garten sind kaum noch zu stoppen, sie treiben Blüten um Blüten aus. Eines Tages dann wie aus dem Nichts: Regen. Doch die Freude ist kurz, und der Tropensturm ist schnell vorbei. Dennoch, die paar Tropfen tun gut und ab dann regnet es ab und zu mal kurz. Doch die richtige Regenzeit lässt nach wie vor auf sich warten, auch wenn sie offiziell mit Boun Khao Phansa (der Beginn des 3-monatigen Rückzugs der Mönche in die Wats am 16. Juli) schon begonnen hat. Der Khan Fluss, der hier in den Mekong fliesst, hat einen so tiefen Wasserstand wie schon lange nicht mehr und die Bambusbrücke, die im Juli normalerweise weggespült wird, steht immer noch (wird aber immer abenteuerlicher zu überqueren!).

Für uns ist die Zeit sehr geschäftig. Simon hat sich gut eingelebt bei Ock Pop Tok und kann momentan, nebst vielen anderen Aufgaben, eine neue Webseite aufbauen. Mit einigen Personalwechseln fällt viel Arbeit an – und daneben gab es auch einige Feste, Tag der offenen Tür bei Ock Pop Tok und die Verabschiedung einer Kollegin, die zurück in die USA zieht. Daneben interessieren sich immer mehr Hotels und Restaurants für sein Angebot im Bereich von Internet Installation und Netzwerk. Auch Josephine ist neben den zwei Tagen, die sie für ein Hotel im Bereich Social Media und Grafik/Webseite arbeitet, immer beschäftigt. Anfangs Mai bekommt sie die Bestätigung von drei verschiedenen Organisationen, die gemeinsam ihr Kinderbilderbuch «Pangolin – Life of a scaly anteater» in einer Englisch-Laotischen Version publizieren möchten (Bilder im Link sind vom Testdruck in Deutsch, der Artikel wird bald aktualisiert). Bis zur Veröffentlichung fällt noch einiges an Arbeit an, doch jetzt – Ende Juli – steht die Druckversion praktisch vollständig und das Buch wird nächstens mit einer Auflage von rund 3000-4000 Exemplaren gedruckt. Ein Grossteil der Bücher wird von den publizierenden Organisationen für ihre Umwelt- und Tierschutzprojekte im Norden von Laos eingesetzt, ein weiterer Teil geht an eine Organisation, die 800 Bibliotheken in ganz Laos betreut, der Rest wird in Luang Prabang und Vientiane zum Verkauf angeboten. Ein sehr spannender Prozess, der motivierend und sehr lehrreich war! Daneben arbeitet sie an rund 10 grafischen Projekten für verschiedene Organisationen, von Flyern, illustrierter Stadtkarte, Webseite, Geburtskärtchen, Flyer und Broschüren und Fotoshootings bis hin zu einem kurzen Film. Und als Geschenk zur Eröffnung des neuen Katzenhauses des «Rescue House Luang Prabang», wo unsere beiden Katzen herkommen, entsteht ein Wandbild.

Nach wie vor geniessen wir es, hier wirklich das machen zu können, was uns Spass macht und freuen uns über das Vertrauen, das wir in unserer Arbeit erhalten. Es ist auch schön, trotz der Arbeit viel Zeit gemeinsam verbringen zu können; morgens zusammen einen Kaffee im Garten zu trinken, einander am Mittag zu Hause oder in der Stadt zu treffen und Abends gemeinsam oder auch mal mit Freunden etwas zu kochen oder auch ab und zu in einem der zahlreichen Restaurants essen zu gehen – es ist schön, am Alltag des Anderen so teilnehmen zu können. In all dem hilft es natürlich auch, dass wir uns enorm wohl fühlen an dem Ort, wo wir wohnen. Joséphine geniesst das Gärtnern und ab und zu mal etwas Kleines zu zimmern; manchmal kommen dann die neugierigen Nachbarsmädchen und helfen beim Streichen mit, ein anderes Mal unterstützt sie der ältere Nachbar beim Bau eines Bambusgitters für die Kletterpflanzen.

Nun hoffen wir noch auf etwas Regen für unseren letzten Monat in Laos bevor wir für knapp einen Monat über Thailand in die Schweiz in die Ferien fahren. Wir hoffen, viele von euch zu sehen! Bis bald!


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Ausflug nach Vientiane, Hauptstadt von Laos: Bild 1-7. Rest: Luang Prabang.

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