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05.06.2020

Laos in Corona-Zeiten

Laos in Times of Corona

In einem sind sich diese Tage wohl alle einig: Wir leben in aussergewöhnlichen Zeiten. Auch in Laos – so abgelegen wie es manchmal auch scheint – ist diese Neuigkeit, die so neu nun auch wieder nicht mehr ist, mittlerweile angekommen. Hier kommt die Corona-Ausgabe unseres Blogs.

Unser letzte Bericht endete mit der Besorgnis, dass sich das Coronavirus auch in Laos grossflächig ausbreiten könnte. Was dies für das nicht besonders gut aufgestellte Gesundheitssystem in Laos zur Folge haben könnte, wollten wir uns nur ungern ausmalen. Heute wollen wir euch einen Einblick in unser Leben während der Pandemie geben. Aber eines vorweg: Laos wurde soweit grösstenteils verschont und wir schätzen uns glücklich, hier eine relativ angenehme Situation zu geniessen.

Zunächst ist es hier Anfangs März mit den ausbleibenden Touristen sehr ruhig. Während weltweit bereits einige schlechte Nachrichten auftauchen, gibt es in Laos offiziell keine bestätigten Fälle, das normale öffentliche Leben nimmt seinen Lauf. Dies bewegt uns dazu, Mitte März doch noch unseren geplanten Ausflug nach Chiang Mai (Thailand) zu unternehmen, da wir dort einige Besorgungen zu erledigen haben. In Thailand erleben wir dann doch, wie sich die Sicherheitsmassnahmen täglich verstärken. Fiebermessen vor den Läden, Handdesinfektion in allen Restaurants – was wir beobachten, macht uns Gedanken und nicht selten taucht in unseren Gesprächen die Sorge auf, wie wohl die nächsten Monate aussehen werden. Unser Flug zurück nach Luang Prabang verläuft schon fast surreal, knapp 10 Leute in einem mittelgrossen Flieger, alle werden auseinandergesetzt. Wir realisieren, dass sich innert wenigen Tagen etwas grundsätzlich geändert hat. Wie wahr: Keine Woche später sind die Grenzen zu.

Wir realisieren, dass sich innert wenigen Tagen etwas grundsätzlich geändert hat. Wie wahr: Keine Woche später sind die Grenzen zu.

Viele Expats verlassen in dieser Zeit zwischen Mitte und Ende März fluchtartig das Land und europäische Botschaften chartern fieberhaft die letzten Flüge um die hängengebliebenen Touristen heimzufliegen. Uns stellt sich die Frage einer Rückkehr in die Schweiz nicht, da sich zu diesem Zeitpunkt die Situation in Europa bereits um einiges schlimmer abzeichnet als in unserer Region. Ausserdem haben wir das Privileg, uns hier gut isolieren zu können. Joséphine arbeitet sowieso meist im Homeoffice, und auch Simon kann problemlos umstellen. Auch unsere australische Mitbewohnerin entscheidet sich dazu, die Situation hier auszuharren und führt ihren Unterricht via Skype fort. So geniessen wir das WG Leben zusammen, kochen oft und verbringen Zeit in unserem Garten. Nebst unserer Arbeit bleibt auch etwas Zeit, Neues zu lernen, einen Online Kurs zu besuchen, neue Rezepte auszuprobieren, etc. Einmal in der Woche geht's zum Einkauf in die Stadt, daneben bleiben wir zu Hause. Die Fallzahlen der Infizierten bleibt klein, die laotische Regierung kommuniziert klar und transparent, die Cluster werden konsequent nachverfolgt und Verdachtsfälle getestet. Was uns zusätzlich beeindruckt ist auch, wie ernst die Massnahmen in dieser ersten Zeit von der Bevölkerung genommen werden, denn just zu dieser Zeit fände eigentlich das laotische Neujahr statt, das ausgelassenste und fröhlichste Fest des Jahres, das jeweils mit viel Saus und Braus gefeiert wird. Dieses Jahr sind die Strassen still und verlassen. Dies hängt nicht zuletzt auch damit zusammen, dass sehr viele Menschen in Luang Prabang mit dem ausbleibenden Tourismus ihre Arbeit verloren haben und in der Folge zurück in ihre Dörfer gekehrt sind.

Während einem Monat wird das öffentliche Leben auf ein Minimum heruntergeschraubt. Und es zahlt sich aus, die Fallzahlen bleiben tief. Bis zum heutigen Tag gab es lediglich 19 Infizierte, von denen sich alle bereits wieder vollständig erholt haben, und es gab keine Todesfälle. Die Interpretationen, warum Laos so glimpflich davongekommen ist, sind vielfältig. Dass wir hier in einem tropischen Klima wohnen, und uns momentan in der heissesten Zeit des Jahres befinden, scheint ein Aspekt zu sein. Dazu findet ein Grossteil des Lebens draussen statt oder in sehr gut gelüfteten Räumen. Die Menschen berühren sich normalerweise nicht und viele Menschen tragen im Alltag Masken, gegen Staub und die Sonne. Es gibt keinen öffentlichen Verkehr und generell keine sehr dicht geballte Zentren. Zudem ist das Durchschnittsalter der Bevölkerung sehr tief. Natürlich ist nicht auszuschliessen, dass es eine Dunkelziffer an Fällen gibt - schliesslich wurden auch relativ wenige Tests durchgeführt. Doch das ist natürlich reine Spekulation.

Seit einiger Zeit sind nun viele Läden und Restaurants wieder geöffnet. Doch dies ändert leider nichts an der Tatsache, dass es keine Kunden - sprich Touristen - gibt. Der Tourismus ist vollständig zum erliegen gekommen und für viele Leute wird es das schwierigste Jahr seit Langem. Optimistische Schätzungen gehen davon aus, dass ab nächstem Jahr wieder Touristen kommen könnten, doch für viele Unternehmen wird dies zu spät sein. In dieser Situation schätzen wir uns glücklich, dass unsere Arbeit nicht vollständig vom Tourismus abhängt und wir soweit immer noch genug zu tun haben.

Die Bildergalerie enthält für einmal – wir geben es zu - eine leicht übertriebene Anzahl Katzenbilder und kulinarische Einblicke und besteht hauptsächlich aus Handyfotos :-) Und das letzte Bild ist das erste zurück in unserem Lieblingscafe – (almost) back to «normal».

These days, we can all agree on one thing: we live in extraordinary times. Also in Laos - as remote as it sometimes seems - this news has arrived. Here is the Corona edition of our blog.

Our last blog post ended with concerns that the coronavirus could spread in Laos too. We were reluctant to imagine what this could mean for the not so well positioned health system in Laos. Today we want to give you an insight into our life during the pandemic. But one thing first: Laos has been largely spared so far and we consider ourselves lucky to enjoy a relatively pleasant situation here.

In March, everything is quiet, only a few tourists are left in town. While some bad news are already emerging worldwide, there are no officially confirmed cases in Laos, and a more or less normal public life is taking its course. This prompts us to take our planned trip to Chiang Mai (Thailand) in mid-March, as we have some errands to do there. In Thailand we see how security measures increase every day. Fever measurements in front of the shops, hand disinfection in all restaurants - what we observe gives us cause for concern and we frequently wonder about what the next few months will look like in Laos and the world. Our flight back to Luang Prabang is almost surreal, only 10 people in a medium-sized plane, all are set apart. We realize that something has fundamentally changed within a few days. How true: Not a week later the borders are closed.

We realize that something has fundamentally changed within a few days. How true: Not a week later the borders are closed.

Many expats leave the country in a hurry between mid- and late March and European embassies charter the last flights to fly tourists back home. We are not really faced with the question of a return to Switzerland, because at this point the situation in Europe is already far worse than in our region. We also have the privilege of being able to isolate ourselves well here. Joséphine usually works at home anyway, and Simon can also switch easily. Our Australian room mate also decides to stay here and continues her lessons via Skype. So we all enjoy living in our shared apartment, working, spending time together, cooking a lot and tinkering in our garden. In addition to our work, there is also some time to learn new things, take an online course, try out new recipes, etc. Once a week, we go shopping in the city, the rest of the time we are at home. The number of infected cases remains small, the Lao government communicates clearly and transparently, the clusters are followed up consistently and suspected cases are tested. We are not only impressed by the Government, but also by how willingly people follow the instructions: Because right during that time, the Lao New Year takes place - the most exuberant and joyful festival of the year, which is usually celebrated with lots of buzz and fuss. This year, the streets are quiet and deserted. This is not least due to the fact that a large number of people in Luang Prabang have lost their jobs due to the lack of tourism and have subsequently returned to their villages.

Over the following month, public life is reduced to a minimum. And it seems to pays off, the number of cases remains low. To date, there have been only 19 infected people, all of whom have fully recovered, and there have been no deaths. There are many interpretations of why Laos got off so lightly. One aspect seems to be that we live in a tropical climate and are currently in the hottest time of the year. A large part of life takes place outdoors or in very well ventilated rooms. People don't normally touch and many people wear masks against dust and the sun in their everyday life anyway. There is no public transport and there are generally no very densely populated centers. In addition, the average age of the population is very low. Of course, as everywhere, it cannot be ruled out that there has been an undisclosed number of cases - after all, relatively few tests were carried out. But of course that is pure speculation.

Many shops and restaurants have been reopening now. Unfortunately, this does not change the fact that there are only few customers - i.e. tourists. Tourism has completely stopped and for many people it will be the most difficult year in a long time. Optimistic estimates assume that tourists may come back next year, but for many companies this will be too late. In this situation, we consider ourselves lucky that our work does not depend entirely on tourism and that we still have enough to do.

The picture gallery contains - we admit - a slightly exaggerated number of cat pictures and culinary insights and mainly consists of cell phone photos :-) And the last picture is the first back in our favorite cafe - (almost) back to «normal».


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